music theatre

Red Rooms

11-14.Nov.2021 // 19:30
Vienna, Theater Nestroyhof / Hamakom
Festival Wien Modern

 

a production by Institut Fünfhaus, in co-production with PHACE, Wien Modern, Theater Nestroyhof / Hamakom und in Kooperation mit Ö1 Kunstradio     

 

PHACE

RED ROOMS oder
7 Episoden über ein prekäres Verhältnis: Rotkäppchen und der Wolf

inspiriert von Louise Bourgeois’ Installation Red Room (Child) und Red Room (Parents)

Ein Musiktheater über Wahrheit und Lüge, über Lust und Missbrauch, über Liebe und Macht für Stimmen, Kammerensemble, Blockflötentrio, Revox-Tonbandmaschine, Radios und Kassettenplayers  

 

In RED ROOMS werden Räume des „Innen“ und „Außen“ kreiert, wobei „Innen“ genauso wenig nur für die Psyche steht wie „Außen“ nur für Gesellschaft oder Kultur. Sie sind gleichsam existentielle Orte des Erlebens in verschiedenen Abstraktionsgraden. Das Publikum wird so zu „listening voyeurs“ und zum klaustrophobischen Eintauchen in Welten der Unschuld, Gefahr, Leben, Tod, Eros verführt. 

Sieben Räume, Bilder, Atmosphären

Die sieben Räume sind Bühnen für bestimmte Verhaltensmuster familiärer, moralischer, erotischer Natur. Jeder der sieben Akte mit einer Dauer von ungefähr zehn Minuten wird eine bestimmte Atmosphäre evozieren. Die Darsteller sind drei Wesen, jede von diesen Entitäten ist nie eine einzelne Person, sondern zwei, drei oder fünf…eine schizophrene Vielheit, so wie auch die menschliche Seele eine mehrköpfige Chimäre sein kann.
Das Ensemble bespielt alle Ebenen: Es repräsentiert die Landschaft im Außen, die Atmosphären im Raum, die emotionale Befindlichkeit der Wesen und die gegenseitige Durchdringung und Vermischung der jeweiligen Rollen bzw. Rollenbilder, die jeweiligen Sphären mit-konstruierend, zwischen ihnen hin und her mäandernd oder kommentierend. Die Musik geht insgesamt von einem sehr minimalistischen Material aus: Unisonos, kleine Bewegungen, Langsamkeit und Anti-Virtuosismo sowie Alte Musik (Perotin, Ockeghem, Thallis). Extreme durchbrechen immer wieder diese zurückgenommene Haltung: Noise, Lärmwände, Drones und sehr tiefe Frequenzen treten als Kontrast in Erscheinung.

Die Live-Elektronik (Tonband Revox) erzeugt den (Um)Raum oder anders ausgedrückt, den Bauch, durch den alles hindurchgeht; die Gedärme, in denen die ankommenden (Roh)Materialien transformiert werden. 

Field Recordings und Fixed-Media-Kompositionen spielen mit den Außenräumen, wobei ein Teil des Settings aus einer Installation mit 8 bis 16 Kassettenspielern sowie aus Tonbändern gestrickten Skulpturen von Angélica Castelló besteht.

Diese teils Imaginären, teils akustischen, teils realen Räume sind von der Louise Bourgeois- Installation Red Rooms aus dem Jahr 1994 inspiriert. Für Bourgeois steht die Farbe Rot für Blut, Gewalt und Gefahr, Scham, Eifersucht, Böswilligkeit und Schuld. Diese Arbeit würde, so Bourgeois, verschiedene Arten von Schmerz repräsentieren: physischen, emotionalen, psychologischen, geistigen und intellektuellen Schmerz. Sie befasst sich mit dem Genuss des Voyeurs, mit dem Reiz des Sehens und Gesehenwerdens.

Handlung

Der Mexikanische Schriftsteller Salvador Novo – Dichter, Chronist, Radio-Liebhaber, Sigmund Freud- und Psychoanalyse-Fan sowie bekennender Homosexueller – moderiert eine bekannte Radiosendung. An diesem Abend hat er drei besondere Gäste eingeladen: Rotkäppchen, ihre Großmutter und der Wolf. Durch Novo’s Fragen, vor allem Fragen über deren Beziehung und Haltung, kommen die nicht leichten Verhältnisse nach und nach zum Vorschein, teilweise schmerzhaft, aber auch absurd, poetisch, skurril und schrill.
Während im Radio Interviews, Nachrichten und Werbung – voraufgenommen und ausschließlich aus dem „off“ hörbar – in ihren Sprachen gut erkennbar sind (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch), ist die „gesungene“ Sprache eine Mischung aus Kunstsprachen, Lautmalerei und Onomatopöie sowie aus Literaturzitaten und „Fetzen“ aus persönlichen Tagebüchern. 

Tickets

Erhältlich über die Website von REAKTOR:
WWW.REAKTOR.ART

Event Dates

 

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