silent movie & live music

A PAGE OF MADNESS

GENE COLEMAN / PHACE

A production by PHACE, in co-production with Maerzmusik, supported by the American Academy in Berlin and by the Japan Foundation

20.March 2013 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
PHACE Series 12/13 – N°3

 

PRODUCTION AND ENSEMBLE

PHACE

IDEA AND COMPOSITION

Gene Coleman

ORIGINAL Film

A PAGE OF MADNESS (1916)

Teinosuke Kinugasa, director
Kawabata Yasunari, script
with Yasunari Kawabata, Banko Sawada, Minoru Inuzuka, Masao Inoue, Yoshie Nakagawa, et al.

PHACE

Simeon Pironkoff, conductor
Naomi Sato, sho
Naoko Kikuchi, koto
Reinhold Brunner, bass clarinet
Burkhard Stangl, guitar
Ivana Pristasova, violin
Rafal Zalech, viola
Roland Schueler, cello

2012 hat PHACE gemeinsam mit Maerzmusik Berlin Gene Coleman (Philadelphia) beauftragt, den japanischen Stummfilm A Page of Madness (1926) neu zu vertonen. Gene Coleman hat mit einem Ensemble aus traditionellen japanischen (Koto (Wölbbrettzither), Sho (Mundorgel) und westlichen Instrumenten (E-Gitarre, Klarinette und Streichtrio) eine beeindruckende Musik geschaffen, die traditionelle mit zeitgenössischen Klängen mischt. Der Aufbau zusätzlicher Klangschichten, welche Textur und Klangfarbe der Musik verfeinern, erweitert die kraftvolle Bildsprache und den emotionsgeladenen Charakter des Films. In diesem Werk leuchtet Coleman unerschlossenes Terrain aus – einen Raum, in dem die Klangsprache ein ganz neues Verständnis dieses wichtigen historischen Kunstwerks zu schaffen vermag.

Über den Film
A Page of Madness ist ein legendärer japanischer Stummfilm. Der Film genießt breite Anerkennung und war Thema zahlreicher akademischer Essays, jetzt sogar eines ganzen Buches. “A Page of Madness” ist vielleicht sogar einer der meist gerühmten Filme mit der geringsten Anzahl an Zuschauern – ein weiterer Grund, weshalb dieses Projekt so wichtig ist. Teinosuke Kinugasa realisierte “A Page of Madness” im Jahr 1926 in Zusammenarbeit mit dem japanischen Nobelpreisträger für Literatur Yasunari Kawabata. Die Filmkopie war lange verloren geglaubt – im 2. Weltkrieg zerstört – bis Kinugasa selbst eine Kopie in seinem Schuppen fand. Teinosuke Kinugasa hat ca. 100 Filme gedreht, aber nur einer davon wurde jemals in Englischer Sprache herausgebracht – der historsiche Film Jigokumon (1953), welcher im Jahr 1955 die Goldene Palme in Cannes und einen Oscar für den besten Fremdsprachigen Film gewann.

“A Page of Madness” ist wahrhaft einzigartig und zeigt ein atemberaubendes Spektrum an avantgardistischer, expressionistischer und surrealistischer Filmtechnik, die kunstvoll eingesetzt wurde, um den Wahnsinn der Patienten in einer psychiatrischen Anstalt herauszustreichen – deren Albträume und Halluzinationen, aber auch ein Innenleben voll Anmut und Klarheit.

GENE COLEMAN
Gene Coleman ist Komponist, Musiker und Regisseur. Er hat über 50 Werke für unterschiedliche Besetzungen und Medien verfasst, die häufig komplexe Notationen und Improvisationen in der gleichen Partitur aufweisen. Die innovative Arbeit mit Klang, Raum und Zeit erlaubt Coleman, Werke zu schaffen, die unser Verständnis der Welt erweitern. Seit 2001 konzentriert er sein Schaffen auf den weltweiten Beziehungswandel von Kultur und Musik mit anderen Medien, wie zB Architektur, Video und Tanz. Er studierte Malerei, Musik und Filmgestaltung am School of the Art Institute in Chicago – bedeutende Lehrer waren u.a. Stan Brakhage und Ernie Gehr, Robert Snyder (Musik) und Barbara Rossi (Malerei). Er erhielt Auftragswerke von renommierten MusikerInnen, Ensembles und Festivals auf der ganzen Welt und war composer in residence in Tokyo, Beirut, Taipeh, Berlin u.v.m.

Event Dates