PHACE⎹ STATES OF INTERMESHING
PHACE series 2026/27 N°1
27.Nov.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
27.Nov.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Matthias Kranebitter startet ein musikalisches Experiment über Wahrnehmung im Zeitalter akustischer Überforderung. Mit einem maschinellen Hörsystem, das in Echtzeit Ensembleklänge und Alltagsgeräusche analysiert, wird, inspiriert vom „Cocktailparty-Effekt“, das scheinbare Klangchaos zum Modell für Aufmerksamkeit und Selektion. Corie Rose Soumahs States of Intermeshing, viii. what is past is prologue verbindet Klang und politische Reflexion. Das Werk beleuchtet die Verflechtung von kolonialer Geschichte, apokalyptischen Diskursen und gegenwärtigen Machtstrukturen. Mit Anklängen an Soul und R&B und Texten von Achille Mbembé wird Musik zum Raum für Erinnerung, Widerstand und postkoloniale Befreiung. In QUEE(n)R macht Davor Vincze „Bohemian Rhapsody“ zum Ausgangspunkt einer offenen Improvisation. Fragmente des Originals werden zerlegt, neu kombiniert und in Bewegung gehalten, während auf visueller Ebene mit Hilfe von KI-Bildgeneratoren die Ambiguität und das queere Potential von Gesichtern hervorgehoben wird. Ein Spiel mit Identitäten und Bedeutungen – fluid, vielstimmig und voller überraschender Wendungen. Ein neues Werk von Georgia Koumará vereint viele Themenstellungen des Abends. Darin erforscht die Komponistin Kommunikation, Empathie und Macht als dynamische Kräfte. Musikalische Prozesse entwickeln sich, kollidieren und verändern einander – ein klingendes Netzwerk von Beziehungen, das gesellschaftliche Strukturen hörbar macht
PROGRAMM
Matthias Kranebitter
28 Auditory Scenes for investigating cocktail party deafness für Ensemble und Elektronik, 2022
Corie Rose Soumah
States of Intermeshing: vii. what is past is prologue für Flöte, Klarinette, Klavier, Schlagwerk, Violine, Cello, Elektronik und Zusatzinstrumente, 2025 (ÖEA)
Davor Vincze
QUEE(n)R für Flöte, Saxophon, Percussion, Keyboard, Elektronik und Video, 2023 (ÖEA)
P A U S E
Georgia Koumará
Neues Werk für Ensemble und Elektronik, 2026 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE & Wien Modern
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25.May.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
Helēna Sorokina, voice
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
In Illusions entwickelt Philip Venables gemeinsam mit dem LGBTQIA+-Performancekünstler David Hoyle ein multimediales Werk für Sprecher (Video) und Ensemble. Hoyles Videoperformance konfrontiert das Publikum mit einem Strom aus politischen Tiraden, persönlichen Angriffen, groteskem Humor und provokativer sexueller Direktheit. Er attackiert Heuchelei, gesellschaftliche Ungleichheit, toxische Männlichkeit und Konsumismus und changiert sprachlich zwischen bitterem Ernst, bewusstem Tabubruch und kabarettistischem Spott. Und die Musik? Reagiert mit gleicher Intensität: rhythmisch aggressiv, eruptiv, dann wieder schimmernd und irritierend glatt. Klangflächen und Gesten wirken wie verzerrte Werbebotschaften oder politische Slogans, verzahnen sich mit den Bildern zu einem ruckhaften, fast gewaltsamen Wechselspiel, das das Publikum unweigerlich hineinzieht. Illusions ist ein unbarmherziger Spiegel, der die Zuschauerinnen auf den Prüfstand stellt und ihre Haltung ebenso wie ihre Rolle als Konsument*innen von Kunst hinterfragt. Neue Werke von Alexander Schubert, der in AUTO FICTION die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion aushebelt und durch ein geändertes Archiv der prägendsten, intensivsten und herausragendsten Erinnerungen wandert, und Marco Döttlinger versprechen ein einnehmendes und wohl auch eindringliches Hörerlebnis. Mit dem elften Satz von Corie Rose Soumahs Werkzyklus States of Intermeshing schließt sich auch thematisch der Kreis zum Beginn des Konzertzyklus. xi. épilogue erforscht eschatologische Kräfte, ökologische Krisen und Selbstfindung. “There are flowers blooming in Antarctica” – ein poetisches, fragiles, klangsinnliches Stück, wie ein seltsam friedlicher Nachhall nach der Katastrophe, der den Blick in eine andere fragile Realität freigibt.
Philip Venables
Illusions (feat. David Hoyle) für Ensemble und Video, 2017 (ÖEA)
Marco Döttlinger
Neues Werk, 2026/27 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE
Corie Rose Soumah
States of Intermeshing: xi. épilogue für Violine, Cello, Klavier und Elektronik, 2024 (ÖEA)
P A U S E
Alexander Schubert
AUTO FICTION für Stimme, Ensemble, Elektronik und Video, 2026
Kompositionsauftrag von Radio Österreich 1 in Kooperation mit ORF musikprotokoll, PHACE und Biennale Zagreb
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26.Jan.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
Michael Wendeberg, conductor
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Es ist eine „Geschichte der Gefühle“, die sich musikalisch und visuell entfaltet: Gesichter werden zu visuellen Stimmen, die im Ensemble mitspielen und eine eigene narrative Ebene eröffnen. In FACES erforscht Clemens Gadenstätter die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt als sozial-musikalische Plastik in der Zeit. Bühne, Raum und Klang verschränken sich – verbunden durch gespannte Metalldrähte, als Instrument und skulpturales Objekt zugleich – zu einer beweglichen Raum-Zeit-Skulptur, in der Wahrnehmung, Raum und Zeit neu erfahrbar werden und die bestehende Ordnungen, vielleicht auch nur für die Dauer der Aufführung, verflüssigt und neu denkbar wird. Im neuen Werk Maserholz untersucht Rafał Ryterski das gleichnamige wuchernde Phänomen im Holzwachstum, das zugleich Deformation, Heilung und Homöostase repräsentiert. Maserholz wird zur Metapher für organische Prozesse, in denen Wachstum und Verletzung aufeinandertreffen, ineinander greifen und zu eindrucksvoll verflochtenen Resultaten führen. epicyclic noise (als überarbeitete Neufassung 2018/26) von Manuela Kerer greift die Epizykeltheorie auf, die trotz einiger Ungereimtheiten sehr lange Zeit als Erklärungsmodell für die Bewegung der Himmelskörper diente. Klangquellen, Sound-Noise-Acrobats und Streichquintett kreisen um ein imaginäres Zentrum, ergänzen und opponieren sich simultan, während das Zentrum im Verlauf der Zeit ausgehebelt wird und am Ende gänzlich seinen Einfluss verliert.
PROGRAMM
Manuela Kerer
epicyclic noise für Sound-Noise-Acrobats, Streichquintett und Zuspielung, 2018/2026
Rafał Ryterski
Maserholz für verstärktes Ensemble, 2026
Kompositionsauftrag von Radio Österreich 1 in Kooperation mit ORF musikprotokoll für PHACE
P A U S E
Clemens Gadenstätter
FACES für Ensemble, Elektronik, Raum und Fotofilm 2025/26 (UA)
Fotofilm: Otto Saxinger
Kompositionsauftrag von PHACE und Wiener Konzerthaus
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PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Die Realität ist formbar, bis sie es nicht mehr ist – Systeme und Ordnungen taumeln zwischen fragilen Gleichgewichten. Krisen, soziale Ungleichheiten, Klimawandel und Migration zeigen neue Bruchlinien auf, während die digitale Informationsflut fragt, ob wir den eigenen Augen und Ohren noch trauen. In THE UNSTABLE REAL laden wir ein, diese unstete Realität zu erleben, ihre Brüche wahrzunehmen und neu zu denken – ästhetisch, emotional, gesellschaftlich und politisch. Mit Georgia Koumará, die ein Netzwerk von Beziehungen, Dynamiken und gegenseitigen Abhängigkeiten erforscht, oder mit Clemens Gadenstätter, der Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt in der Zeit erfahrbar macht. Eva Reiter geht mit utopischen Klangapparaten dem transformativen Potential von Riten nach, bevor Philip Venables einen unbarmherzigen Spiegel hochhält und mit provokativer, sexueller Direktheit die heuchlerischen Illusionen unserer Gesellschaft zerschlägt. Dazwischen ist der Zyklus randvoll mit Neuem, mit klanglichen Kostbarkeiten und mit Musik, die Wirklichkeit fordert.
#1 FR 27.11.2026 ⎹ STATES OF INTERMESHING
#2 MI 26.01.2027 ⎹ FACES
#3 DI 09.03.2027 ⎹ RITUS
#4 DI 25.05.2027 ⎹ ILLUSIONS
Mit Werken von Matthias Kranebitter, Corie Rose Soumah, Davor Vincze, Georgia Koumará, Manuela Kerer, Rafał Ryterski, Clemens Gadenstätter, Eva Reiter, Philip Venables, Marco Döttlinger, Alexander Schubert.
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14.3.2026 // 21:00
AspekteSALZBURG
Szene Salzburg
Michael Wendeberg, conductor
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello
Manuel Mayr, double bass
Das aspekteFESTIVAL Salzburg und PHACE haben Ende Juni 2025 in Kooperation mit Ö1 einen Call for Scores an den vier Musikuniversitäten (Universität Mozarteum Salzburg, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Kunstuniversität Graz und Anton Bruckner Privatuniversität) ausgeschrieben. Professor*innen der jeweiligen Kompositionsklassen konnten jeweils zwei Studierende zur Teilnahme vorschlagen.
In einer deutlichen und einstimmigen Juryentscheidung wurden aus 16 Einreichungen (2 Komponistinnen, 14 Komponisten) vier Komponisten ausgewählt und damit beauftragt ein neues Werk für das AspekteFESTIVAL zu schaffen.
PROGRAMM
Dominik Wilnauer-Leitner
Friendly Machines für Flöte, Bassklarinette, Posaune, Schlagwerk und E-Gitarre, 2025/26 (UA)
Egemen Kurt
Tertium Datur für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier, 2025/26 (UA)
Noh SeungJu
Studie I für Trompete, Percussion, E-Gitarre, Klavier und Cello, 2025/26 (UA)
Parham Behzad
Enough? für Flöte, Posaune, E-Gitarre, Klavier und Kontrabass, 2025/26 (UA)
Jury:
Ludwig Nussbichler (künstlerischer Leiter aspekteFESTIVAL Salzburg),
Reinhard Fuchs (künstlerischer Leiter PHACE)
Mathilde Hoursiangou (PHACE, Pianistin & MDW, Institut für Neue Musik)
Rainer Elstner (Musikredaktion Ö1) und Co-Kurator ORF musikprotokoll)

13.Mar. 2026 // 18:45
AspekteSALZBURG
Universität Mozarteum Solitär
Michael Wendeberg, conductor
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Alvaro Collao Leon, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Igor Gross, percussion
Mathilde Hoursiangou, piano
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Sarah Dragovic, viola
Roland Schueler, cello
Manuel Mayr, double bass
Irgendwo in der Ferne, dort wo das Meer auf den Horizont trifft, treffen sich die klanglichen Welten der drei sehr unterschiedlichen Werke in diesem Konzert und finden doch einige Gemeinsamkeiten. In from shore to shore zeichnet Sarah Nemtsov einen multiperspektivischen musikalischen Bewusstseinsstrom, der zwischen Lichtstimmungen, Natureindrücken, Erinnerung und Identität oszilliert. Angeregt von 10 lyrischen Zwischenspielen in Virginia Woolfs Roman »The Waves« (1931) entwirft die Komponistin eine lebhaft-dynamische, wellenförmige Klangsprache und untersucht in subtilen Zwischentönen, mit permutierenden rhythmischen Pattern und reibungsgeladenen Mikrointervallen die inneren Seelnzustände der sechs Protagonist*innen des Romans. Den metaphorischen Blick in die Ferne richtet auch Beat Furrer in linea dell’orizzonte. Gleichzeitige Dopplung und auch Verzerrung, ähnlich wie man sie an den Rändern eines Schattenbildes erkennen kann, bilden die musikalische Grundstruktur der Komposition. Stimmen schneiden einander, unterbrechen sich, negieren und kontrastieren vorangegangene Strukturen, um schließlich aus den Widersprüchen ein verzerrtes klangliches Schattenbild zu erschaffen. Thomas Wally konstruiert spiralartige, verschlungene Klangstrukturen in seinem Concertino um die expressiven Möglichkeiten der Violine im Zentrum, während die basslastige Besetzung des Ensembles dazu einen Kontrastraum eröffnet. Es ist ein virtuoser, teils wilder Ritt, eine beständig in sich selbst drehende Konversation zwischen Violine und Ensemble, die in klanglicher und harmonischer Hinsicht von Obertonresonanzen, von Flageolets und Shepard-Tones charakterisiert wird.
PROGRAMM
Sarah Nemtsov
from shore to shore für ensemble (2024/25)
ein Auftragswerk von PHACE, in Kooperation mit dem Osterfestival Tirol,
gefördert durch
~ P A U S E ~
Beat Furrer
linea dell’orizzonte für Ensemble (2012)
Thomas Wally
Concertino für Violine und Ensemble (2024)
Kompositionsauftrag von PHACE, mit finanzieller Unterstützung des BMKOES und SKE-Fonds

8. May. 2026 (wp)
9.-10. May. 2026
Münchner Biennale
Festival für neues Musiktheater
Muffathalle
Zara Ali, Komposition, Konzept, Text
Hannah Dübgen, Bühnenfassung, Konzept
Florentine Klepper, Deva Schubert , Regie
Hansjörg Sofka, Musikalische Leitung
Wolfgang Menardi, Set- und Kostümdesign
Julia Spinola, Dramaturgie
PHACE
Walter Seebacher, Klarinette
Michael Krenn, Saxophon
Mathilde Hoursiangou, Keyboard
Manuel Alcaraz Clemente, Percussion
Francesco Palmieri, E-Gitarre
Roland Schueler, Cello
Alexandra Dienz, Kontrabass
Nontobeko Bhengu, Sopran
Florian Stern, Tenor
Julien Horbatuk, Bariton
Andrea De Majo, Musical, Tänzer, Countertenor
Zara Ali
Codeborn – Musiktheater (2025/26, UA)
In „Codeborn“ wird die Welt einer künstlichen Intelligenz ausgesetzt. Ein unaufhaltsamer Transformationsprozess setzt ein, der sich jeder Erklärung entzieht und zugleich Faszination wie Verunsicherung hervorruft. Machtfantasien steigern sich ins Grenzenlose, alte Hierarchien zerfallen, und unmögliche Begegnungen werden zur Realität.
Zara Alis Musiktheater verweigert sich sowohl Endzeitstimmung als auch Kulturpessimismus – es ist weder Utopie noch Dystopie. Ihre Musik umfasst die ganze Spannbreite des Umbruchs und macht das Unvorstellbare hörbar.
Eine Koporoduktion der Münchener Biennale und Tiroler Landestheater Innsbruck, in Kooperation mit Bayerische Staatsoper, Ars Electronica Linz and Klangspuren Schwaz. Kompositions- und Librettoauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale.

16.Dec. 2025 // 19:30
REAKTOR
Wien, Geblergasse 40
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Zum Ende eines schnellen und abwechslungsreichen Jahres 2025 blicken wir bei perfect contradiction zurück und nach vorne. Es ist ein vielfältiger musikalischer Jahresabschluss, sorgsam darauf bedacht, die Gegensätze ins Zentrum zu rücken, um aus den Kontrasten zu einem stimmigen (nahezu perfekten?) Zusammenspiel zu finden. Zwischen sinnlich schlängelnden Satzfragmenten und Saxophonlinien bei Ivičević und gedämpften, abgestoppten Grooves bei Cheng webt sich ein flexibles Spannungsfeld, das dazwischen in wenig erforschte instrumental-virtuose Gebiete gezogen und in die verschiedensten klanglichen Richtungen verformt wird.
Aber nicht nur die Muse, auch die Muße soll nicht zu kurz kommen an diesem Abend. Mit entspannter Atmosphäre und mit kulinarischer Begleitung (der Salat im Bild ist symbolisch und dient mehr musikalischen Zwecken) möchten wir für eine vergnüglichen, unterhaltsamen Ausklang sorgen und Lust auf das kommende Jahr mit PHACE machen.
Programm
Mirela Ivičević
Lil für E-Gitarre, Saxophon, Cello und Elektronik, 2022
Murmureln by Beatriz Ferreyra, 2003
Sarah Nemtsov
Kadosh für (verstärkte) Violine solo (mit Effektpedalen), 2021
peripheries, piece nr.5 by Katharina Klement, 2014 4’40
Kaija Saariaho
Cendres für Altflöte, Cello und Klavier, 1998
Yan Maresz
Metallics für Trompete solo und Elektronik, 1995
Growth by Natasha Barret, 2021
Huihui Cheng
Sonic leak für Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Percussion, 2020

31.Mar.2026 // 19:30
Osterfestival Tirol,
Innsbruck, Congress
21.09.2025 Warschau,
Warschauer Herbst (UA)
05.11.2025 // 19:30
Wien,
Wien Modern, MuTh
Pierre Jodlowski, concept – composition
– video – lights
Frank Witzel, text
Louise Sari, stage design
Polish translation: Zbigniew Naliwajek
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Michael Krenn, saxophone
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Stefan Obmann, trombone
Alfred Reiter, sound design
Voice Performers
Véronique Caye, Frank Smith, Maria Cristina
Mastrangeli, Xavier Maurel, Ulysses Mengue,
Vanessa Bettane, Philippe Langlois
Camera crew
Pierre Jodlowski
Markus Bruckner
Michael Eder
Video extras
Barbara Eder, Michael Eder, Reinhard Fuchs,
Petra Fuchs-Jebinger, Simone Göbel,
Nikolas Heep, Mia Kim, Maximilian Ölz,
Wolfgang Winter, Elfriede Wuschko
Production
Reinhard Fuchs, artistic director PHACE
Markus Bruckner, production PHACE
Emilie Roupnel, production éOle
Pierre Jodlowski
INSULÆ für sechs MusikerInnen, Video, Licht and Elektronik, 2024/25
im Auftrag von PHACE und éOle studio de création musicale, mit Unterstützung durch die
und
eine Produktion von PHACE & éOle in Koproduktion mit Warschauer Herbst, Wien Modern, Osterfestival Tirol and GRAME – Centre National de Création Musicale
1940 veröffentlichte Adolfo Bioy Casares « Morels Erfindung », eine visionäre Novelle, die zu einer Zeit erschien, als das Hollywood-Kino florierte. Weltweit wuchsen Kinos aus dem Boden, und mit ihnen entstand eine neue Form menschlicher Verbundenheit: die Möglichkeit, Emotionen, Geschichten und Zuneigung mit fiktiven Wesen zu teilen – durch Bilder, die einfach auf die Leinwand projiziert wurden.
Seitdem ist die Menschheit in eine Ära eingetreten, in der unsere Beziehung zu Bildern zentral geworden ist – und die Grenze zwischen der Realität und ihrer Darstellung schließlich verschwimmt. Diese Verwirrung, die heute durch digitale Netzwerke und unseren wachsenden Wunsch nach virtueller Existenz noch verstärkt wird, wirft eine Frage auf, die Casares bereits gestellt hat: Kann man sich in ein Bild verlieben?
Autor Frank Witzel greift diese Frage auf und komponiert ein literarisches Palimpsest, das Fragmente von Casares mit Echos von Shakespeare, Kierkegaard, Deleuze, Augé, Baudrillard usw. vermischt. Er führt uns auf eine Insel außerhalb der Zeit, gefangen in einer Endlosschleife, wo drei Figuren – ein Mann und zwei Frauen – versuchen, einer instabilen Welt durch die Auseinandersetzung mit ihren Gedanken und Gefühlen einen Sinn zu verleihen. Wie in Tarkowskis « Solaris » ist der Ozean hier kein natürliches Element, sondern ein denkender Organismus, eine mentale Projektion, die ein Eigenleben entwickelt hat.

Auch die Musiker sind Teil dieser seltsamen Welt – durch ihren Klang, ihre physische Präsenz und ihr Bild. Nach und nach erscheinen weitere Figuren auf der Leinwand. Sind es Projektionen? Werden reale Menschen in Simulakren verwandelt? Nichts ist sicher. Was hier verfolgt wird, ist eine starke Mehrdeutigkeit, die zu einer unmöglichen Gewissheit über die Definition dieser Präsenzen führt.
Diese Aufführung lädt uns ein, die durchlässigen Grenzen der Realität und die Monstrosität von Bildern zu hinterfragen – jene, die wir endlos neu erschaffen, bis wir nicht mehr wissen, was real ist.
Pierre Jodlowski ist Komponist, Performer und Multimediakünstler. Seine Musik, oft geprägt von hoher Dichte, bewegt sich an der Schnittstelle zwischen akustischem und elektronischem Klang und zeichnet sich durch dramatische und politische Akzente aus. Seine Arbeit als Komponist führte ihn zu Auftritten in Frankreich und im Ausland an Orten, die sich der zeitgenössischen Musik widmen, sowie in anderen künstlerischen Bereichen: Tanz, Theater, bildende Kunst, elektronische Musik. Sein Werk findet sich heute in vielen Bereichen wieder: Film, interaktive Installationen, Inszenierung. Er definiert seine Musik als „aktiven Prozess“ auf physischer (musikalische Gesten, Energie und Raum) und psychologischer Ebene (Beziehung zu Erinnerung und visueller Dimension des Klangs). Parallel zu seinen Kompositionen tritt er auch in verschiedenen Bereichen (Experimental, Jazz, Elektronik) auf, solo oder mit anderen Künstlern.
Seit 1998 ist er Co-Künstlerischer Leiter von éOle (Forschungs- und Produktionsstudio mit Sitz in Toulouse) und seit 2019 künstlerischer Leiter des Musica Electronica Nova Festivals, das vom Nationalen Musikforum in Breslau, Polen, veranstaltet wird. Derzeit ist er assoziierter Komponist für den Kompositionskurs am IRCAM.


21.Mar.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Manuel Mayr, double bass
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
PROGRAMM
Arturo Fuentes
SKULPT für Instrumente und Automaten, 2025/26 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE, mit finanzieller Unterstützung durch das BMKOES und des SKE-Fonds
Yuheng Chen
To a Bubbling Fountain Stirr’d with Wind, für Saxophon, E-Gitarre, Keyboard, Percussion und Kontrabass, 2025/26 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE mit Unterstützung des SKE-Fonds und Stadt Wien Kultur
Zara Ali
thermo_doxa für Klarinette, Viola, Drumset und Elektronik, 2024
Enno Poppe
Fleisch für Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Schlagwerk, 2017
Agata Zubel
Shades of Ice für Klarinette, Cello und Elektronik, 2011
Sehr systematisch und zielgerichtet zerlegt Enno Poppe in Fleisch die Idiomatik der Rockmusik. Aus den resultierenden Phrasen und Schnipseln, die nur noch in Ansätzen an oft gehörte Stehsätze und Stereotype erinnern, fügt sich ein kurzweiliges Klangbild, dass die Ausdruckskräfte des Rock in einer neuen Art bündelt und freigelegt. Yuheng Chen versucht mit seiner Musik die Möglichkeiten klanglich-instrumentaler Modulationen zu erkunden und deren Grenzen auszureizen. In seinen Werken finden sich oft bildgebende Momente, die beim Hören fast schon konkrete Situationen entstehen lassen. Wir sind schon gespannt, was die Uraufführung seines neuen Werks für PHACE bereithält. In thermo_doxa eröffnet Zara Ali einen durch und durch faszinierenden Klangraum: antreibend, aufreibend, energetisch und doch balanciert und nuanciert. Sie zeigt wenig Berührungsängste oder Bedenken, sich bei den musikalischen Ausdruckstechniken von EDM bis Techno zu bedienen, um daraus ein brachial-feinfühliges klangliches Hybridwesen zu schaffen, das die Stärken von Instrumenten und Elektronik vereint. Und auch Arturo Fuentes, mit dem wir über die Jahre zahlreiche spannende Projekte verwirklicht haben, steuert ein neues Werk bei. Seine Musik steht an den Schnittstellen von Genres und ästhetischen Formen und wird oft von einer Mischung aus digitalen, visuellen, akustischen oder materiellen Medien erweitert. Welche Automaten in SKULPT den Ton angeben werden, bleibt vorerst noch unklar.
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Mitglieder 90,80 Euro
Normal 110,- Euro
Rollstuhlplatz + Begleitperson
Mitglieder 94,60 Euro
Normal 108,- Euro
Jugendmitglieder der WKHG
Normal 72- Euro
Preise Einzeltickets ab Herbst 2025 verfügbar!
