Next Generation

14.3.2026 // 21:00
AspekteSALZBURG
Szene Salzburg

Michael Wendeberg, conductor

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass

Das aspekteFESTIVAL Salzburg und PHACE haben Ende Juni 2025 in Kooperation mit Ö1 einen Call for Scores an den vier Musikuniversitäten (Universität Mozarteum Salzburg, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Kunstuniversität Graz und Anton Bruckner Privatuniversität) ausgeschrieben. Professor*innen der jeweiligen Kompositionsklassen konnten jeweils zwei Studierende zur Teilnahme vorschlagen.

In einer deutlichen und einstimmigen Juryentscheidung wurden aus 16 Einreichungen (2 Komponistinnen, 14 Komponisten)  vier Komponisten ausgewählt und damit beauftragt ein neues Werk für das AspekteFESTIVAL zu schaffen.

PROGRAMM

Dominik Wilnauer-Leitner
Friendly Machines für Flöte, Bassklarinette, Posaune, Schlagwerk und E-Gitarre, 2025/26 (UA)

Egemen Kurt
Tertium Datur für Flöte, Klarinette, Posaune, Schlagwerk und E-Gitarre, 2025/26 (UA)

Noh SeungJu
Studie I für Trompete, Percussion, E-Gitarre, Klavier und Cello, 2025/26 (UA)

Parham Behzad
Enough? für Flöte, Posaune, E-Gitarre, Klavier und Kontrabass, 2025/26 (UA)

Jury:
Ludwig Nussbichler (künstlerischer Leiter aspekteFESTIVAL Salzburg),
Reinhard Fuchs (künstlerischer Leiter PHACE)
Mathilde Hoursiangou (PHACE, Pianistin & MDW, Institut für Neue Musik)
Rainer Elstner (Musikredaktion Ö1) und Co-Kurator ORF musikprotokoll)

vanishing points

13.Mar. 2026 // 18:45
AspekteSALZBURG
Universität Mozarteum Solitär

Michael Wendeberg, conductor

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Alvaro Collao Leon, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Igor Gross, percussion
Mathilde Hoursiangou, piano
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Sarah Dragovic, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass

Irgendwo in der Ferne, dort wo das Meer auf den Horizont trifft, treffen sich die klanglichen Welten der drei sehr unterschiedlichen Werke in diesem Konzert und finden doch einige Gemeinsamkeiten. In from shore to shore zeichnet Sarah Nemtsov einen multiperspektivischen musikalischen Bewusstseinsstrom, der zwischen Lichtstimmungen, Natureindrücken, Erinnerung und Identität oszilliert. Angeregt von 10 lyrischen Zwischenspielen in Virginia Woolfs Roman »The Waves« (1931) entwirft die Komponistin eine lebhaft-dynamische, wellenförmige Klangsprache und untersucht in subtilen Zwischentönen, mit permutierenden rhythmischen Pattern und reibungsgeladenen Mikrointervallen die inneren Seelnzustände der sechs Protagonist*innen des Romans. Den metaphorischen Blick in die Ferne richtet auch Beat Furrer in linea dell’orizzonte. Gleichzeitige Dopplung und auch Verzerrung, ähnlich wie man sie an den Rändern eines Schattenbildes erkennen kann, bilden die musikalische Grundstruktur der Komposition. Stimmen schneiden einander, unterbrechen sich, negieren und kontrastieren vorangegangene Strukturen, um schließlich aus den Widersprüchen ein verzerrtes klangliches Schattenbild zu erschaffen. Thomas Wally konstruiert spiralartige, verschlungene Klangstrukturen in seinem Concertino um die  expressiven Möglichkeiten der Violine im Zentrum, während die basslastige Besetzung des Ensembles dazu einen Kontrastraum eröffnet. Es ist ein virtuoser, teils wilder Ritt, eine beständig in sich selbst drehende Konversation zwischen Violine und Ensemble, die in klanglicher und harmonischer Hinsicht von Obertonresonanzen, von Flageolets und Shepard-Tones charakterisiert wird.

PROGRAMM

Sarah Nemtsov
from shore to shore für ensemble (2024/25)
ein Auftragswerk von PHACE, in Kooperation mit dem Osterfestival Tirol,
gefördert durch  
Ernst von Siemens Musikstiftung

~ P A U S E ~

Beat Furrer
linea dell’orizzonte für Ensemble (2012)

Thomas Wally
Concertino für Violine und Ensemble (2024)
Kompositionsauftrag von PHACE, mit finanzieller Unterstützung des BMKOES und SKE-Fonds

Codeborn

8. May. 2026 (wp)
9.-10. May. 2026

Münchner Biennale
Festival für neues Musiktheater
Muffathalle

Zara Ali, Komposition, Konzept, Text
Hannah Dübgen, Bühnenfassung, Konzept
Florentine Klepper, Deva Schubert , Regie
Hansjörg Sofka, Musikalische Leitung
Wolfgang Menardi, Set- und Kostümdesign
Julia Spinola, Dramaturgie

PHACE
Walter Seebacher, Klarinette
Michael Krenn, Saxophon
Mathilde Hoursiangou, Keyboard
Manuel Alcaraz Clemente, Percussion
Francesco Palmieri, E-Gitarre
Roland Schueler, Cello
Alexandra Dienz, Kontrabass

Nontobeko Bhengu, Sopran
Florian Stern, Tenor
Julien Horbatuk, Bariton
Andrea De Majo, Musical, Tänzer, Countertenor

Zara Ali
Codeborn – Musiktheater (2025/26, UA)

In „Codeborn“ wird die Welt einer künstlichen Intelligenz ausgesetzt. Ein unaufhaltsamer Transformationsprozess setzt ein, der sich jeder Erklärung entzieht und zugleich Faszination wie Verunsicherung hervorruft. Machtfantasien steigern sich ins Grenzenlose, alte Hierarchien zerfallen, und unmögliche Begegnungen werden zur Realität.
Zara Alis Musiktheater verweigert sich sowohl Endzeitstimmung als auch Kulturpessimismus – es ist weder Utopie noch Dystopie. Ihre Musik umfasst die ganze Spannbreite des Umbruchs und macht das Unvorstellbare hörbar.

 

Eine Koporoduktion der Münchener Biennale und Tiroler Landestheater Innsbruck, in Kooperation mit Bayerische Staatsoper, Ars Electronica Linz and Klangspuren Schwaz. Kompositions- und Librettoauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale.

perfect contradiction

16.Dec. 2025 // 19:30
REAKTOR
Wien, Geblergasse 40

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Zum Ende eines schnellen und abwechslungsreichen Jahres 2025 blicken wir bei  perfect contradiction zurück und nach vorne.  Es ist ein vielfältiger musikalischer Jahresabschluss, sorgsam darauf bedacht, die Gegensätze ins Zentrum zu rücken, um aus den Kontrasten zu einem stimmigen (nahezu perfekten?) Zusammenspiel zu finden. Zwischen sinnlich schlängelnden Satzfragmenten und Saxophonlinien bei Ivičević und gedämpften, abgestoppten Grooves bei Cheng webt sich ein flexibles Spannungsfeld, das dazwischen in wenig erforschte instrumental-virtuose Gebiete gezogen und in die verschiedensten klanglichen Richtungen verformt wird.

Aber nicht nur die Muse, auch die Muße soll nicht zu kurz kommen an diesem Abend. Mit entspannter Atmosphäre und mit kulinarischer Begleitung (der Salat im Bild ist symbolisch und dient mehr musikalischen Zwecken) möchten wir für eine vergnüglichen, unterhaltsamen Ausklang sorgen und Lust auf das kommende Jahr mit PHACE machen.

Programm

Mirela Ivičević
Lil für E-Gitarre, Saxophon, Cello und Elektronik, 2022

Murmureln by Beatriz Ferreyra, 2003

Sarah Nemtsov
Kadosh für (verstärkte) Violine solo (mit Effektpedalen), 2021

peripheries, piece nr.5 by Katharina Klement, 2014 4’40

Kaija Saariaho
Cendres für Altflöte, Cello und Klavier, 1998

 

Yan Maresz
Metallics für Trompete solo und Elektronik, 1995

Growth by Natasha Barret, 2021

Huihui Cheng
Sonic leak für Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Percussion, 2020

INSULÆ

31.Mar.2026 // 19:30
Osterfestival Tirol,
Innsbruck, Congress

 

21.09.2025 Warschau,
Warschauer Herbst (UA)

05.11.2025 // 19:30
Wien,
Wien Modern, MuTh

Pierre Jodlowski, concept – composition
– video – lights
Frank Witzel, text
Louise Sari, stage design

Polish translation: Zbigniew Naliwajek

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Michael Krenn, saxophone
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Stefan Obmann, trombone
Alfred Reiter, sound design

Voice Performers
Véronique Caye, Frank Smith, Maria Cristina
Mastrangeli, Xavier Maurel, Ulysses Mengue,
Vanessa Bettane, Philippe Langlois

Camera crew
Pierre Jodlowski
Markus Bruckner
Michael Eder

Video extras
Barbara Eder, Michael Eder, Reinhard Fuchs,
Petra Fuchs-Jebinger, Simone Göbel,
Nikolas Heep, Mia Kim, Maximilian Ölz,
Wolfgang Winter, Elfriede Wuschko

Production
Reinhard Fuchs, artistic director PHACE
Markus Bruckner, production PHACE
Emilie Roupnel, production éOle

Pierre Jodlowski

INSULÆ für sechs MusikerInnen, Video, Licht and Elektronik, 2024/25
im Auftrag von  PHACE und éOle studio de création musicale, mit Unterstützung durch die 

Ernst von Siemens Musikstiftung    und   

eine Produktion von PHACE & éOle in Koproduktion mit Warschauer Herbst, Wien Modern, Osterfestival Tirol and GRAME – Centre National de Création Musicale

1940 veröffentlichte Adolfo Bioy Casares « Morels Erfindung », eine visionäre Novelle, die zu einer Zeit erschien, als das Hollywood-Kino florierte. Weltweit wuchsen Kinos aus dem Boden, und mit ihnen entstand eine neue Form menschlicher Verbundenheit: die Möglichkeit, Emotionen, Geschichten und Zuneigung mit fiktiven Wesen zu teilen – durch Bilder, die einfach auf die Leinwand projiziert wurden.

Seitdem ist die Menschheit in eine Ära eingetreten, in der unsere Beziehung zu Bildern zentral geworden ist – und die Grenze zwischen der Realität und ihrer Darstellung schließlich verschwimmt. Diese Verwirrung, die heute durch digitale Netzwerke und unseren wachsenden Wunsch nach virtueller Existenz noch verstärkt wird, wirft eine Frage auf, die Casares bereits gestellt hat: Kann man sich in ein Bild verlieben?

Autor Frank Witzel greift diese Frage auf und komponiert ein literarisches Palimpsest, das Fragmente von Casares mit Echos von  Shakespeare, Kierkegaard, Deleuze, Augé, Baudrillard usw. vermischt. Er führt uns auf eine Insel außerhalb der Zeit, gefangen in einer Endlosschleife, wo drei Figuren – ein Mann und zwei Frauen – versuchen, einer instabilen Welt durch die Auseinandersetzung mit ihren Gedanken und Gefühlen einen Sinn zu verleihen. Wie in Tarkowskis « Solaris » ist der Ozean hier kein natürliches Element, sondern ein denkender Organismus, eine mentale Projektion, die ein Eigenleben entwickelt hat.

Auch die Musiker sind Teil dieser seltsamen Welt – durch ihren Klang, ihre physische Präsenz und ihr Bild. Nach und nach erscheinen weitere Figuren auf der Leinwand. Sind es Projektionen? Werden reale Menschen in Simulakren verwandelt? Nichts ist sicher. Was hier verfolgt wird, ist eine starke  Mehrdeutigkeit, die zu einer unmöglichen Gewissheit über die Definition dieser Präsenzen führt.

Diese Aufführung lädt uns ein, die durchlässigen Grenzen der Realität und die Monstrosität von Bildern zu hinterfragen – jene, die wir endlos neu erschaffen, bis wir nicht mehr wissen, was real ist.

Pierre Jodlowski ist Komponist, Performer und Multimediakünstler. Seine Musik, oft geprägt von hoher Dichte, bewegt sich an der Schnittstelle zwischen akustischem und elektronischem Klang und zeichnet sich durch dramatische und politische Akzente aus. Seine Arbeit als Komponist führte ihn zu Auftritten in Frankreich und im Ausland an Orten, die sich der zeitgenössischen Musik widmen, sowie in anderen künstlerischen Bereichen: Tanz, Theater, bildende Kunst, elektronische Musik. Sein Werk findet sich heute in vielen Bereichen wieder: Film, interaktive Installationen, Inszenierung. Er definiert seine Musik als „aktiven Prozess“ auf physischer (musikalische Gesten, Energie und Raum) und psychologischer Ebene (Beziehung zu Erinnerung und visueller Dimension des Klangs). Parallel zu seinen Kompositionen tritt er auch in verschiedenen Bereichen (Experimental, Jazz, Elektronik) auf, solo oder mit anderen Künstlern.

Seit 1998 ist er Co-Künstlerischer Leiter von éOle (Forschungs- und Produktionsstudio mit Sitz in Toulouse) und seit 2019 künstlerischer Leiter des Musica Electronica Nova Festivals, das vom Nationalen Musikforum in Breslau, Polen, veranstaltet wird. Derzeit ist er assoziierter Komponist für den Kompositionskurs am IRCAM.

Pierre Jodlowski_(c)_Gilles_Vidal
ensemble – electronics

PHACE | SKULPT

PHACE series 2025/26 N°3

21.Mar.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal

 

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

PROGRAMM

Arturo Fuentes
SKULPT für Instrumente und Automaten, 2025/26 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE, mit finanzieller Unterstützung durch BMKOES

Yuheng Chen
To a Bubbling Fountain Stirr’d with Wind, für Saxophon, E-Gitarre, Keyboard, Percussion und Kontrabass, 2025/26 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE mit Unterstützung des SKE-Fonds und Stadt Wien Kultur

Zara Ali
thermo_doxa für Klarinette, Viola, Drumset und Elektronik, 2024

Enno Poppe
Fleisch für Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Schlagwerk, 2017

Agata Zubel
Shades of Ice für Klarinette, Cello und Elektronik, 2011

Sehr systematisch und zielgerichtet zerlegt Enno Poppe in Fleisch die Idiomatik der Rockmusik. Aus den resultierenden Phrasen und Schnipseln, die nur noch in Ansätzen an oft gehörte Stehsätze und Stereotype erinnern, fügt sich ein kurzweiliges Klangbild, dass die Ausdruckskräfte des Rock in einer neuen Art bündelt und freigelegt. Yuheng Chen versucht mit seiner Musik die Möglichkeiten klanglich-instrumentaler Modulationen zu erkunden und deren Grenzen auszureizen. In seinen Werken finden sich oft bildgebende Momente, die beim Hören fast schon konkrete Situationen entstehen lassen. Wir sind schon gespannt, was die Uraufführung seines neuen Werks für PHACE bereithält. In thermo_doxa eröffnet Zara Ali einen durch und durch faszinierenden Klangraum: antreibend, aufreibend, energetisch und doch balanciert und nuanciert. Sie zeigt wenig Berührungsängste oder Bedenken, sich bei den musikalischen Ausdruckstechniken von EDM bis Techno zu bedienen, um daraus ein brachial-feinfühliges klangliches Hybridwesen zu schaffen, das die Stärken von Instrumenten und Elektronik vereint. Und auch Arturo Fuentes, mit dem wir über die Jahre zahlreiche spannende Projekte verwirklicht haben, steuert ein neues Werk bei. Seine Musik steht an den Schnittstellen von Genres und ästhetischen Formen und wird oft von einer Mischung aus digitalen, visuellen, akustischen oder materiellen Medien erweitert. Welche Automaten in SKULPT den Ton angeben werden, bleibt vorerst noch unklar.

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PHACE | THE TRAVEL AGENCY IS ON FIRE

PHACE series 2025/26 N°2

23.Jan.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal

 

Sarah Maria Sun, voice

PHACE
Michael Krenn, saxophone
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, electric guitar
Roland Schueler, electric violoncello
Mathilde Housiangou, synthesizer

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

PROGRAMM

Bernhard Lang
The Travel Agency is on Fire für Stimme, fünf Instrumente und Elektronik, 2021 (ÖEA)
​​Text: William S. Burroughs

Immer wieder wandern Loops und Samples durch den Gehörgang, von Elektronik und Effekten verzerrt und gedoppelt, von Patches und digitalen Algorithmen verformt und neu strukturiert, bis die Wahrnehmung umschaltet und aus der Überlagerung ein anderer Sinn erwächst. Wiederholung und Mutation sind Programm in den Werken von Bernhard Lang, an diesem Abend stimmgewaltig unterstützt von Sarah Maria Sun, einer der wohl herausragendsten Vokalinterpretinnen unserer Zeit. The Travel Agency is on Fire basiert auf einer Auswahl von „Cut-up“-Experimenten von William S. Burroughs zu Texten einer Reihe kanonischer Schriftsteller, von William Shakespeare und Arthur Rimbaud bis hin zu William Wordsworth und James Joyce. Burroughs wählte die Quellentexte aus, zerschnitt sie und stellte die Fragmente nebeneinander, um zufällige Wortkombinationen auszuwählen und neue Wort-Kompositionen zu schaffen. The Travel Agency is on Fire, das erst seit 2010 in den Archiven verfügbar ist, fasziniert Wissenschaftler und Burroughs-Fans gleichermaßen, da es die experimentellen Prozesse beleuchtet, die Burroughs‘ Werk zugrunde liegen. Musikalisch werden die Cut-Up-Strategien, die Burroughs zusammen mit Brion Gysin entwickelt und in den Filmen mit Anthony Balch und Ian Sommerville visualisiert hatte, auf verschiedene Weise referenziert: wesentlich ist hier die Burroughs’sche Maxime: „Play it back, Play it back, Play it all back“, die auf eine Bewusstseinsveränderung durch Überlagerung und Dopplung des Realen mit Samples und Loops hinweist

18:45 Neuer Salon

Juri Giannini im Gespräch mit Bernhard Lang und Sarah Maria Sun

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PHACE | LOOM

PHACE series 2025/26 N°1

18.Nov.2025 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal

 

Clement Power, conductor

schtum
Robert Pockfuß
Manu Mayr

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Elena Arbonies Jauregui, clarinet
Markus Sepperer, oboe
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Sofia Garzotto, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Anna Lindenbaum, violin
Victor Lowrie Tafoya, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

PROGRAMM

Malika Kishino
Sensitive Chaos für E-Gitarre, Trompete, Posaune, 2 Schlagzeuger, Klavier und Cello, 2010  (ÖEA)

Zara Ali
Isolation Forest  für 11 Instrumente und Elektronik, 2023

Emre Sihan Kaleli
Adjacent Rooms, a Part of a Labyrinth für Ensemble  (UA der erweiterten Neufassung), 2025
Kompositionsauftrag von PHACE und Wien Modern, mit Unterstützung des SKE-Fonds

schtum– Manu Mayr & Robert Pockfuß
loom für E-Gitarre, E-Bass und Ensemble, 2024

„Der Klang des Meeres reicht weit“, schreibt Maliko Kishino zu ihrem Stück Sensible Chaos und findet in der buddhistischen Sutra Gemeinsamkeiten von Wasser und Musik: Resonanz und Ausbreitung. Wie Regentropfen auf der Oberfläche eines Sees zeigt die Komposition, wie einzelne Ereignisse sich zu unglaublich weitläufigen Mustern verästelt und aus dem Chaos, in gegenseitiger Interferenz, eine empfindliche und fragile Schönheit entstehen lassen. In Adjacent Rooms, a Part of a Labyrinth nimmt die Musik von Emre Sihan Kaleli oft abrupte, unerwartete Abzweigungen, offenbart aber auf dem Weg durch sehr unterschiedliche Gänge einen durchgängigen Fluss, in dem eines zum Nächsten führt. Der labyrinthische Fortschritt gibt den Blick frei auf Zeit und Unendlichkeit. Zara Ali taucht in Isolation Forest in die digitale Wildnis ein, entdeckt, mithilfe von rigiden Instruktionen und dem Aussortieren von Anomalien, die algorithmische Grazie und lässt die KI ihre wildesten Träume und lyrischen Fantasien offenbaren. Ein organisch pulsierendes Gewebe der elektroakustischen Klänge offenbart sich im Werk loom des experimental-elektronischen Duos schtum. Rhythmische Permutationen jagen einander im Kreis, schaukeln sich gegenseitig zu immer neuen, intensiven Mustern auf. Und irgendwo schwingt die Unrast mit, ein faszinierender, beinahe bedrohlicher Klangschatten, der hier im Untergrund lauert.

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PHACE |
merry-go-round

our series at
Wiener Konzerthaus
2025/26

 

GUESTS
Clement Power
Sarah Maria Sun

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
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Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

merry-go-round
PHACE Zyklus 2025/26 im Wiener Konzerthaus

Auf geht‘s in die nächste Runde. Das Karussell der Klänge wirbelt wieder, dreht die Ohren, kreiselt den Verstand. Am Anfang steht das Ende, steht der Anfang. Klangorganismen bewegen und entwickeln sich nach eigener Dynamik, wie ein breiter Strom, der sich in Wirbeln und Strudeln verfängt und dennoch immer weiter fließt. Intelligente Automaten schaufeln fleißig, im Rhythmus mit dem Puls des Servers, bis alle Anomalien aussortiert sind.

Funky music in der Zentrifuge! Kategorisiert, gejagt, aus der Balance. Nur um die Syntax zu zerschlagen; nur um aus den Trümmern einen neuen Sinn zu fügen. In der Wiederholung liegt die Kraft, Loops und Samples doppeln die Wirklichkeit. „Play it all back!“ lautet das Mantra, fragmentiert und kombiniert, zu einem neuen Ganzen komponiert.

Am Ende und am Anfang schließt sich der Jahreskreis. Zum Wendepunkt steht alles in der Schwebe, weder auf noch ab, auch die Intervalle zeigen sich ungewohnt. Auf der Lichtung der Isolation, eingehüllt in Finsternis, treten die Klänge in ungeahnter Deutlichkeit zutage. Einsteigen, zusteigen, nie wieder aussteigen – die nächste Fahrt geht rückwärts.

Termine in diesem Zyklus

Sa 18.11.2025 PHACE | LOOM
Fr 23.1.2026 PHACE | THE TRAVEL AGENCY IS ON FIRE
Sa 21.3.2026 PHACE | SKULPT
Mi 3.6.2026 PHACE | SOLSTICES

Details zum Programm finden Sie auf den jeweiligen Seiten.

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Foxtrot Délirium

29.Apr.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Großer Saal

Martin Matalon, conductor

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Reinhold Brunner, clarinet
Edurne Santos Arrastua, bassoon
Reinhard Zmölnig, horn
Mathilde Hoursiangou, piano
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Tina Žerdin, harp
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Igor Gross, percussion
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Martin Matalon

Foxtrot Délirium für 12 Instrumente und Elektronik, 2015
Musik zum Film

Die Austernprinzessin (1919) Regie: Ernst Lubitsch, Drehbuch: Ernst Lubitsch, Hanns Kräly

In diesem frühen Stummfilm von Meisterregisseur Ernst Lubitsch zeigt sich bereits dessen grandioses Talent für Timing. Mit leichter Hand und überbordendem Einfallsreichtum inszenierte er hier erstmalig das Genre der temporeichen, satirischen Gesellschaftskomödie, das er zur Perfektion führte.

Die Austernprinzessin (c)Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Der schwerreiche amerikanische Geschäftsmann Quaker hat sein Vermögen mit Meeresfrüchten verdient und ist deshalb überall als Austernkönig bekannt. Seine temperamentvolle Tochter, die „Austernprinzessin“ will unbedingt einen europäischen Adligen ehelichen. So gerät sie an den mittellosen Prinz Nuki, doch der schickt zunächst seinen Diener Josef vor. In der Annahme, einen echten Prinzen vor sich zu haben, heiratet die ungestüme Millionärstochter den Dienstboten bei der erstbesten Gelegenheit. Damit setzt sie eine turbulente Ereigniskette in Gang…

Musikalisch nutzt Martin Matalon das gesamte Spektrum möglicher Beziehungen zwischen Musik und Bildern, zwischen dem Schnitt des Films und der Artikulation der Musik: von der abhängigsten Parallelität bis zur völligsten Divergenz. Aus den Berührungspunkten zwischen Musik und Bild entsteht so ein drittes, eigenständiges Werk, das einen wichtigen Aspekt von Lubitschs Film in die Gegenwart trägt: Gesellschaftskritik durch Komödie und Humor. Humor, der in der zeitgenössischen Musik allzu oft fehlt, und es uns ermöglicht,  wichtige, oft tiefgründige Dinge mit Witz und Leichtigkeit zu behandeln.

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