Miserere hominibus
21. Jul. 2026 // 19:00
Ouverture Spirituelle
Salzburger Festspiele,
Kollegienkirche Salzburg
21. Jul. 2026 // 19:00
Ouverture Spirituelle
Salzburger Festspiele,
Kollegienkirche Salzburg
Cordula Bürgi, conductor
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Francesco Palmieri, guitar & theorbo
Tina žerdin, harp
Olivier Marin, viola d’amore
Roland Schueler, cello
Alexandra Dienz, double bass
Cantando Admont
Friederike Kühl, soprano
Hannah Dienes-Williams, soprano
Elina Viluma-Helling. mezzosoprano
Cornelia Sonnleithner, alto
Terry Wey, countertenor
David de Winter, tenor
Hugo Paulsson-Stove, tenor
Thomas Köll, tenor
Artem Paches, baritone
Michael Hickman, baritone
Uli Staber, bass
Die Lamentationen über die Klagelieder Jeremias, entstanden für die Liturgie der Karwoche, verbinden strenge kontrapunktische Kunst mit einer außergewöhnlichen Ausdruckstiefe. Charakteristisch ist Morales’ Fähigkeit, den zutiefst affektgeladenen Klage-Text in eine musikalische Sprache zu übersetzen, die zugleich von klarer Ordnung und intensiver innerer Spannung getragen ist. Der Wechsel zwischen dichter Polyphonie und transparenten, beinahe meditativ wirkenden Passagen lässt Schmerz, Verlassenheit und Trauer mit großer Eindringlichkeit hervortreten. Dabei ist die Musik von außergewöhnlicher Schönheit und zugleich von einer bemerkenswerten, anmutigen Nüchternheit. Demgegenüber steht Klaus Hubers Miserere hominibus (2005/2006) für sieben Stimmen und sieben Instrumentalist:innen – eines der eindrucksvollsten Werke liturgischer Musik des 20. Jahrhunderts. In ihm entfaltet sich eine vielschichtige Klangsprache, die gleichermaßen nach der diesseitigen wie nach der jenseitigen Welt greift. Intensive, erschütternde Tutti-Passagen stehen versöhnlichen, ruhigen Momenten von einnehmender Schönheit und Zartheit gegenüber. Es ist eine Musik, die den Ruf nach Erbarmen radikal in die Gegenwart holt. Im Zusammenspiel der beiden Werke wird deutlich, wie sich musikalische Klage über Jahrhunderte hinweg verschiebt: von ritueller Ordnung hin zu einer existenziell und politisch zugespitzten Anrufung.
Programm
Cristobal de Morales
Lamentationen (ca. 1530) für 6 Stimmen
Klaus Huber (1924-2017):
Miserere hominibus für 7 Stimmen und 7 Instrumentalist:innen, 2005/06

27.Nov.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Matthias Kranebitter startet ein musikalisches Experiment über Wahrnehmung im Zeitalter akustischer Überforderung. Mit einem maschinellen Hörsystem, das in Echtzeit Ensembleklänge und Alltagsgeräusche analysiert, wird, inspiriert vom „Cocktailparty-Effekt“, das scheinbare Klangchaos zum Modell für Aufmerksamkeit und Selektion. Corie Rose Soumahs States of Intermeshing, viii. what is past is prologue verbindet Klang und politische Reflexion. Das Werk beleuchtet die Verflechtung von kolonialer Geschichte, apokalyptischen Diskursen und gegenwärtigen Machtstrukturen. Mit Anklängen an Soul und R&B und Texten von Achille Mbembé wird Musik zum Raum für Erinnerung, Widerstand und postkoloniale Befreiung. In QUEE(n)R macht Davor Vincze „Bohemian Rhapsody“ zum Ausgangspunkt einer offenen Improvisation. Fragmente des Originals werden zerlegt, neu kombiniert und in Bewegung gehalten, während auf visueller Ebene mit Hilfe von KI-Bildgeneratoren die Ambiguität und das queere Potential von Gesichtern hervorgehoben wird. Ein Spiel mit Identitäten und Bedeutungen – fluid, vielstimmig und voller überraschender Wendungen. Ein neues Werk von Georgia Koumará vereint viele Themenstellungen des Abends. Darin erforscht die Komponistin Kommunikation, Empathie und Macht als dynamische Kräfte. Musikalische Prozesse entwickeln sich, kollidieren und verändern einander – ein klingendes Netzwerk von Beziehungen, das gesellschaftliche Strukturen hörbar macht
PROGRAMM
Matthias Kranebitter
28 Auditory Scenes for investigating cocktail party deafness für Ensemble und Elektronik, 2022
Corie Rose Soumah
States of Intermeshing: vii. what is past is prologue für Flöte, Klarinette, Klavier, Schlagwerk, Violine, Cello, Elektronik und Zusatzinstrumente, 2025 (ÖEA)
Davor Vincze
QUEE(n)R für Flöte, Saxophon, Percussion, Keyboard, Elektronik und Video, 2023 (ÖEA)
P A U S E
Georgia Koumará
Neues Werk für Ensemble und Elektronik, 2026 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE & Wien Modern
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25.May.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
Helēna Sorokina, voice
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
In Illusions entwickelt Philip Venables gemeinsam mit dem LGBTQIA+-Performancekünstler David Hoyle ein multimediales Werk für Sprecher (Video) und Ensemble. Hoyles Videoperformance konfrontiert das Publikum mit einem Strom aus politischen Tiraden, persönlichen Angriffen, groteskem Humor und provokativer sexueller Direktheit. Er attackiert Heuchelei, gesellschaftliche Ungleichheit, toxische Männlichkeit und Konsumismus und changiert sprachlich zwischen bitterem Ernst, bewusstem Tabubruch und kabarettistischem Spott. Und die Musik? Reagiert mit gleicher Intensität: rhythmisch aggressiv, eruptiv, dann wieder schimmernd und irritierend glatt. Klangflächen und Gesten wirken wie verzerrte Werbebotschaften oder politische Slogans, verzahnen sich mit den Bildern zu einem ruckhaften, fast gewaltsamen Wechselspiel, das das Publikum unweigerlich hineinzieht. Illusions ist ein unbarmherziger Spiegel, der die Zuschauerinnen auf den Prüfstand stellt und ihre Haltung ebenso wie ihre Rolle als Konsument*innen von Kunst hinterfragt. Neue Werke von Alexander Schubert, der in AUTO FICTION die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion aushebelt und durch ein geändertes Archiv der prägendsten, intensivsten und herausragendsten Erinnerungen wandert, und Marco Döttlinger versprechen ein einnehmendes und wohl auch eindringliches Hörerlebnis. Mit dem elften Satz von Corie Rose Soumahs Werkzyklus States of Intermeshing schließt sich auch thematisch der Kreis zum Beginn des Konzertzyklus. xi. épilogue erforscht eschatologische Kräfte, ökologische Krisen und Selbstfindung. “There are flowers blooming in Antarctica” – ein poetisches, fragiles, klangsinnliches Stück, wie ein seltsam friedlicher Nachhall nach der Katastrophe, der den Blick in eine andere fragile Realität freigibt.
Philip Venables
Illusions (feat. David Hoyle) für Ensemble und Video, 2017 (ÖEA)
Marco Döttlinger
Neues Werk, 2026/27 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE
Corie Rose Soumah
States of Intermeshing: xi. épilogue für Violine, Cello, Klavier und Elektronik, 2024 (ÖEA)
P A U S E
Alexander Schubert
AUTO FICTION für Stimme, Ensemble, Elektronik und Video, 2026
Kompositionsauftrag von Radio Österreich 1 in Kooperation mit ORF musikprotokoll, PHACE und Biennale Zagreb
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9.Mar.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Der Glaube an die Kraft ritueller Abläufe und verbaler Formeln ist tief in der Geschichte der Menschheit verankert. Genau dieser Glaube an die transformative Kraft, an den Prozess und an die Notwendigkeit der rituellen „Selbsterneuerung“ bildet das Zentrum von Eva Reiters neuem Projekt RITUS. Im Wechselspiel zwischen solistischer Erzählung (Solo, Duo, Trio) und chorischem Kommentar entwickelt sich jeder der beteiligten Musiker*innen im Verlauf des Stückes zur zentralen Figur des Geschehens, die ihre ureigene Geschichte erzählt. Utopische Klangapparate, die direkt mit persönlichen musikalischen Gesten verbunden sind, sind die „Instrumente“, die Transformation initiieren. In einer räumlichen und theatral-szenischen Inszenierung untersucht die Musik in RITUS die Möglichkeiten und Prozesse einer rituellen Verwandlung. Um eine Realität zu offenbaren, die bis dahin nur als Potenzial existierte – ungesehen, ungehört, unberührt.
PROGRAMM
Eva Reiter
RITUS eine musiktheatrale Raumkomposition für Ensemble, 2026 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE
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26.Jan.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal
Michael Wendeberg, conductor
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Es ist eine „Geschichte der Gefühle“, die sich musikalisch und visuell entfaltet: Gesichter werden zu visuellen Stimmen, die im Ensemble mitspielen und eine eigene narrative Ebene eröffnen. In FACES erforscht Clemens Gadenstätter die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt als sozial-musikalische Plastik in der Zeit. Bühne, Raum und Klang verschränken sich – verbunden durch gespannte Metalldrähte, als Instrument und skulpturales Objekt zugleich – zu einer beweglichen Raum-Zeit-Skulptur, in der Wahrnehmung, Raum und Zeit neu erfahrbar werden und die bestehende Ordnungen, vielleicht auch nur für die Dauer der Aufführung, verflüssigt und neu denkbar wird. Im neuen Werk Maserholz untersucht Rafał Ryterski das gleichnamige wuchernde Phänomen im Holzwachstum, das zugleich Deformation, Heilung und Homöostase repräsentiert. Maserholz wird zur Metapher für organische Prozesse, in denen Wachstum und Verletzung aufeinandertreffen, ineinander greifen und zu eindrucksvoll verflochtenen Resultaten führen. epicyclic noise (als überarbeitete Neufassung 2018/26) von Manuela Kerer greift die Epizykeltheorie auf, die trotz einiger Ungereimtheiten sehr lange Zeit als Erklärungsmodell für die Bewegung der Himmelskörper diente. Klangquellen, Sound-Noise-Acrobats und Streichquintett kreisen um ein imaginäres Zentrum, ergänzen und opponieren sich simultan, während das Zentrum im Verlauf der Zeit ausgehebelt wird und am Ende gänzlich seinen Einfluss verliert.
PROGRAMM
Manuela Kerer
epicyclic noise für Sound-Noise-Acrobats, Streichquintett und Zuspielung, 2018/2026
Rafał Ryterski
Maserholz für verstärktes Ensemble, 2026
Kompositionsauftrag von Radio Österreich 1 in Kooperation mit ORF musikprotokoll für PHACE
P A U S E
Clemens Gadenstätter
FACES für Ensemble, Elektronik, Raum und Fotofilm 2025/26 (UA)
Fotofilm: Otto Saxinger
Kompositionsauftrag von PHACE und Wiener Konzerthaus
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PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
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SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Die Realität ist formbar, bis sie es nicht mehr ist – Systeme und Ordnungen taumeln zwischen fragilen Gleichgewichten. Krisen, soziale Ungleichheiten, Klimawandel und Migration zeigen neue Bruchlinien auf, während die digitale Informationsflut fragt, ob wir den eigenen Augen und Ohren noch trauen. In THE UNSTABLE REAL laden wir ein, diese unstete Realität zu erleben, ihre Brüche wahrzunehmen und neu zu denken – ästhetisch, emotional, gesellschaftlich und politisch. Mit Georgia Koumará, die ein Netzwerk von Beziehungen, Dynamiken und gegenseitigen Abhängigkeiten erforscht, oder mit Clemens Gadenstätter, der Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt in der Zeit erfahrbar macht. Eva Reiter geht mit utopischen Klangapparaten dem transformativen Potential von Riten nach, bevor Philip Venables einen unbarmherzigen Spiegel hochhält und mit provokativer, sexueller Direktheit die heuchlerischen Illusionen unserer Gesellschaft zerschlägt. Dazwischen ist der Zyklus randvoll mit Neuem, mit klanglichen Kostbarkeiten und mit Musik, die Wirklichkeit fordert.
#1 FR 27.11.2026 ⎹ STATES OF INTERMESHING
#2 MI 26.01.2027 ⎹ FACES
#3 DI 09.03.2027 ⎹ RITUS
#4 DI 25.05.2027 ⎹ ILLUSIONS
Mit Werken von Matthias Kranebitter, Corie Rose Soumah, Davor Vincze, Georgia Koumará, Manuela Kerer, Rafał Ryterski, Clemens Gadenstätter, Eva Reiter, Philip Venables, Marco Döttlinger, Alexander Schubert.
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14.3.2026 // 21:00
AspekteSALZBURG
Szene Salzburg
Michael Wendeberg, conductor
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello
Manuel Mayr, double bass
Das aspekteFESTIVAL Salzburg und PHACE haben Ende Juni 2025 in Kooperation mit Ö1 einen Call for Scores an den vier Musikuniversitäten (Universität Mozarteum Salzburg, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Kunstuniversität Graz und Anton Bruckner Privatuniversität) ausgeschrieben. Professor*innen der jeweiligen Kompositionsklassen konnten jeweils zwei Studierende zur Teilnahme vorschlagen.
In einer deutlichen und einstimmigen Juryentscheidung wurden aus 16 Einreichungen (2 Komponistinnen, 14 Komponisten) vier Komponisten ausgewählt und damit beauftragt ein neues Werk für das AspekteFESTIVAL zu schaffen.
PROGRAMM
Dominik Wilnauer-Leitner
Friendly Machines für Flöte, Bassklarinette, Posaune, Schlagwerk und E-Gitarre, 2025/26 (UA)
Egemen Kurt
Tertium Datur für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier, 2025/26 (UA)
Noh SeungJu
Studie I für Trompete, Percussion, E-Gitarre, Klavier und Cello, 2025/26 (UA)
Parham Behzad
Enough? für Flöte, Posaune, E-Gitarre, Klavier und Kontrabass, 2025/26 (UA)
Jury:
Ludwig Nussbichler (künstlerischer Leiter aspekteFESTIVAL Salzburg),
Reinhard Fuchs (künstlerischer Leiter PHACE)
Mathilde Hoursiangou (PHACE, Pianistin & MDW, Institut für Neue Musik)
Rainer Elstner (Musikredaktion Ö1) und Co-Kurator ORF musikprotokoll)

13.Mar. 2026 // 18:45
AspekteSALZBURG
Universität Mozarteum Solitär
Michael Wendeberg, conductor
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Alvaro Collao Leon, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Igor Gross, percussion
Mathilde Hoursiangou, piano
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Sarah Dragovic, viola
Roland Schueler, cello
Manuel Mayr, double bass
Irgendwo in der Ferne, dort wo das Meer auf den Horizont trifft, treffen sich die klanglichen Welten der drei sehr unterschiedlichen Werke in diesem Konzert und finden doch einige Gemeinsamkeiten. In from shore to shore zeichnet Sarah Nemtsov einen multiperspektivischen musikalischen Bewusstseinsstrom, der zwischen Lichtstimmungen, Natureindrücken, Erinnerung und Identität oszilliert. Angeregt von 10 lyrischen Zwischenspielen in Virginia Woolfs Roman »The Waves« (1931) entwirft die Komponistin eine lebhaft-dynamische, wellenförmige Klangsprache und untersucht in subtilen Zwischentönen, mit permutierenden rhythmischen Pattern und reibungsgeladenen Mikrointervallen die inneren Seelnzustände der sechs Protagonist*innen des Romans. Den metaphorischen Blick in die Ferne richtet auch Beat Furrer in linea dell’orizzonte. Gleichzeitige Dopplung und auch Verzerrung, ähnlich wie man sie an den Rändern eines Schattenbildes erkennen kann, bilden die musikalische Grundstruktur der Komposition. Stimmen schneiden einander, unterbrechen sich, negieren und kontrastieren vorangegangene Strukturen, um schließlich aus den Widersprüchen ein verzerrtes klangliches Schattenbild zu erschaffen. Thomas Wally konstruiert spiralartige, verschlungene Klangstrukturen in seinem Concertino um die expressiven Möglichkeiten der Violine im Zentrum, während die basslastige Besetzung des Ensembles dazu einen Kontrastraum eröffnet. Es ist ein virtuoser, teils wilder Ritt, eine beständig in sich selbst drehende Konversation zwischen Violine und Ensemble, die in klanglicher und harmonischer Hinsicht von Obertonresonanzen, von Flageolets und Shepard-Tones charakterisiert wird.
PROGRAMM
Sarah Nemtsov
from shore to shore für ensemble (2024/25)
ein Auftragswerk von PHACE, in Kooperation mit dem Osterfestival Tirol,
gefördert durch
~ P A U S E ~
Beat Furrer
linea dell’orizzonte für Ensemble (2012)
Thomas Wally
Concertino für Violine und Ensemble (2024)
Kompositionsauftrag von PHACE, mit finanzieller Unterstützung des BMKOES und SKE-Fonds

19.Sep. 2026 (öea)
26./27.Sep.
2./3./4.Oct. 2026
Klangspuren Schwaz
Tiroler Landestheater
8. May. 2026 (wp)
9.-10. May. 2026
Münchner Biennale
Festival für neues Musiktheater
Muffathalle
Zara Ali, Komposition, Konzept, Text
Hannah Dübgen, Bühnenfassung, Konzept
Florentine Klepper, Deva Schubert , Regie
Hansjörg Sofka, Musikalische Leitung
Wolfgang Menardi, Set- und Kostümdesign
Julia Spinola, Dramaturgie
PHACE
Walter Seebacher, Klarinette
Michael Krenn, Saxophon
Mathilde Hoursiangou, Keyboard
Manuel Alcaraz Clemente, Percussion
Francesco Palmieri, E-Gitarre
Roland Schueler, Cello
Alexandra Dienz, Kontrabass
Nontobeko Bhengu, Sopran
Florian Stern, Tenor
Julien Horbatuk, Bariton
Andrea De Majo, Musical, Tänzer, Countertenor
Zara Ali
Codeborn – Musiktheater (2025/26, UA)
Mit Codeborn entfaltet Zara Ali ein Musiktheater von beklemmender Aktualität. In der fiktiven Welt Benthos wird eine Gesellschaft der Macht einer künstlichen Intelligenz ausgesetzt und in einen unaufhaltsamen Transformationsprozess gezogen. Grenzen verschwimmen, alte Ordnungen zerfallen, virtuelle Räume versprechen Nähe und Zugehörigkeit – doch der Preis dieser Freiheit ist hoch. Im Zentrum steht Guy, ein brillanter Programmierer, der erkennt, wie tief der Staat mithilfe sogenannter Dolls in das Leben der Menschen eingreift, sie überwacht und manipuliert. Als er sich in Nur verliebt, eine virtuelle Erscheinung von irritierender Präsenz, gerät seine Wahrnehmung ins Wanken: Zwischen Realität und Simulation, Anpassung und Widerstand entsteht ein Kampf um Selbstbestimmung, Liebe und die Frage, was menschliches Leben in einer radikal veränderten Welt noch bedeuten kann.
Musikalisch spannt Ali einen vibrierenden Klangkörper aus vier Solostimmen, Elektronik und den Musikern des Ensemble PHACE: präzise, körperlich und hochsensibel im Detail. So macht Codeborn diesen gesellschaftlichen Umbruch jenseits von Kulturpessimismus und Dystopie unmittelbar hörbar. Ein sinnlicher Möglichkeitsraum, verstörend nah an unserer Gegenwart.
Eine Koporoduktion der Münchener Biennale und Tiroler Landestheater Innsbruck, in Kooperation mit Bayerische Staatsoper, Ars Electronica Linz and Klangspuren Schwaz. Kompositions- und Librettoauftrag der Landeshauptstadt München zur Münchener Biennale.

16.Dec. 2025 // 19:30
REAKTOR
Wien, Geblergasse 40
PHACE
Doris Nicoletti, flute
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Roland Schueler, cello
SOUND DESIGN
Alfred Reiter
Zum Ende eines schnellen und abwechslungsreichen Jahres 2025 blicken wir bei perfect contradiction zurück und nach vorne. Es ist ein vielfältiger musikalischer Jahresabschluss, sorgsam darauf bedacht, die Gegensätze ins Zentrum zu rücken, um aus den Kontrasten zu einem stimmigen (nahezu perfekten?) Zusammenspiel zu finden. Zwischen sinnlich schlängelnden Satzfragmenten und Saxophonlinien bei Ivičević und gedämpften, abgestoppten Grooves bei Cheng webt sich ein flexibles Spannungsfeld, das dazwischen in wenig erforschte instrumental-virtuose Gebiete gezogen und in die verschiedensten klanglichen Richtungen verformt wird.
Aber nicht nur die Muse, auch die Muße soll nicht zu kurz kommen an diesem Abend. Mit entspannter Atmosphäre und mit kulinarischer Begleitung (der Salat im Bild ist symbolisch und dient mehr musikalischen Zwecken) möchten wir für eine vergnüglichen, unterhaltsamen Ausklang sorgen und Lust auf das kommende Jahr mit PHACE machen.
Programm
Mirela Ivičević
Lil für E-Gitarre, Saxophon, Cello und Elektronik, 2022
Murmureln by Beatriz Ferreyra, 2003
Sarah Nemtsov
Kadosh für (verstärkte) Violine solo (mit Effektpedalen), 2021
peripheries, piece nr.5 by Katharina Klement, 2014 4’40
Kaija Saariaho
Cendres für Altflöte, Cello und Klavier, 1998
Yan Maresz
Metallics für Trompete solo und Elektronik, 1995
Growth by Natasha Barret, 2021
Huihui Cheng
Sonic leak für Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Percussion, 2020
