narrator – ensemble – electronics

PHACE | SITUATIONS

our series at
Wiener Konzerthaus
2020/21

 

CONDUCTORS
Nacho de Paz
Lars Mlekusch

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Berndt Thurner, percussion
Ivana Pristasova, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …

Mit dem neuen Zyklus SITUATIONS eröffnet PHACE Spielräume für persönliche Interpretationen und Brüche mit allumfassenden Wirklichkeiten. Geformt im Zusammenspiel von kontrastreichen Sinneseindrücken entstehen spontane, vielfältige Verknüpfungen zwischen dem Erinnerten und dem im Moment Erklingenden. SITUATIONS entfacht wechselwirkende Klangräume, die unsere Imagination aufs Schärfste befeuern.
In TUNES verflechten sich Erinnerungsfragmente zu unentwirrbaren Klanggewölben und stellen Ambiguitäten auf immer neuen Bedeutungsebenen gegenüber. STRATA schürft in reizüberfluteten Räumen nach Momenten des authentischen, ehrlichen Ausdrucks. Fieberhaft und sarkastisch gestaltet sich die kuriose Show HELL von Sarhan: Rhythmisierte Stimmen aus dem Off treffen auf zeitgenössische Klangphrasen, vermischt mit Versatzstücken aus Jazz, Rock und Pop. Kraftvoll-repetitive, maschinenartige Collagen in RECALL bereiten den Boden, uns in andere hineinzuversetzen, deren Geschichte zu betrachten, sie zu entdecken – mit verblüffenden Wendungen.

Vor jedem Konzert spricht Juri Giannini um 18.45 Uhr im Neuen Salon mit Komponistinnen und Komponisten des jeweiligen Abends.

Termine in diesem Zyklus
FR 27.11.2020 KH Zyklus 1 – PHACE | TUNES – ensemble & electronics
DI 16.02.2021 KH Zyklus 2 – PHACE | STRATA – ensemble & electronics
DI 16.03.2021 KH Zyklus 3 – PHACE | HELL – narrator & ensemble
DO 27.05.2021 KH Zyklus 4 – PHACE | RECALL – ensemble

Details zum Programm finden Sie auf den jeweiligen Seiten.

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Einheitspreis
Mitglieder 71,- Euro
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Rollstuhlplatz + Begleitperson
Mitglieder 79,30 Euro
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Jugendabo
Normal 48,- Euro

Preise Einzeltickets ab Herbst 2020 verfügbar!

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narrator & ensemble 

PHACE | Hell

16.March.2021 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio Saal

PHACE Series 20/21 – N°3

A production by PHACE & Wiener Konzerthaus

ARTISTS

François Sarhan, Sprecher, Text und Musik 

PHACE

 

 

Fieberhaft und sarkastisch gestaltet sich die kuriose Show „HELL“ von Sarhan: Rhythmisierte Stimmen aus dem Off treffen auf zeitgenössische Klangphrasen, vermischt mit Versatzstücken aus Jazz, Rock und Pop. Weder eine Show, noch ein Konzert. Eher ein vielfältiges Set, in der Form eines Radio-Sarhan-Studios. Das Set zeigt acht Musiker*innen und Mikrofone, Kammermusik großzügig verwoben mit Rockmusik, Computer, Samples, Wörter, Körper, die sprechen, Musik, die spricht. In einer fieberhaft sarkastischen Atmosphäre, die an die Blütezeit des experimentellen Rock und an den Geist Zappas zu erinnern scheint, untersucht die dichte Partitur im Detail die Rhythmen, das Zögern und die Pausen der gewöhnlichen Sprache. Und es ist diese expressive Energie, die der Star der Show ist: die Stimme der Erzählung, des Diktaphons, des Geständnisses, der Konversation. Es erzeugt einen eigenen Rhythmus, bestimmt die Phrasierung und belebt das Schreiben.

 

PROGRAMM

François Sarhan
Hell für Sprecher und Ensemble, 2005 (ÖEA) 60’ 

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ensemble 

PHACE | RECALL

27.May.2021 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio Saal

PHACE Series 20/21 – N°4

A production by PHACE & Wiener Konzerthaus

ARTISTS

Lars Mlekusch, conductor

 

PHACE

 

 

Wie viele Gesichter begegnen uns, ohne dass wir sie wirklich sehen, ohne dass uns ihre Erinnerungen bekannt sind? Mit Ironie, Kraft und Energie, versucht RECALL uns in andere hineinzuversetzen, deren Geschichte zu betrachten, sie zu entdecken. Ondřej Adámek verarbeitet in seinem Werk Stimmensamples von Freund*innen und Roboteraspekte japanischer Lebensweisen zu kraftvoll-repetitiven, maschinenartigen Collagen. „People / Time“ von Pierre Jodlowski erzählt eine Geschichte oder vielmehr einige Geschichten, über ein verfallendes Blatt, über Straßen, wo die weißen Mittelstreifen zu einem Maß der Zeit werden, über brennende und ineinander verschmelzende Gesichter. „USED REDUX“ konfrontiert das Publikum mit scheinbar zusammenhanglosen, pulsierenden Bildfolgen zweier Personen, die von pochenden, rhythmischen musikalischen Mustern begleitet werden. Die gleichen Bilder kehren in den letzten 10 Minuten von Wolfgang Mitterers „networds 14#3“ wieder und wandeln in verändertem musikalischen Kontext unsere Wahrnehmung, die uns die einmal gesehen Bilder plötzlich völlig neu interpretieren lässt.

 

PROGRAMM

Ondřej Adámek
Ça tourne ça bloque
für 10 Instrumente und Sampler (2007–08)

Jorge Sanchez-Chiong
USED REDUX
für Ensemble und Video 11’

Pierre Jodlowski
PEOPLE TIME
für 6 Instrumente, Live-Elektronik und Video 25’

Wolfgang Mitterer
networds 14#3 für Ensemble und Elektronik (2021)  (UA) d:22’

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PHACE | STRATA

16.Feb.2021 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio Saal

PHACE Series 20/21 – N°2

A production by PHACE & Wiener Konzerthaus

ARTISTS

Nacho de Paz, Dirigent

PHACE

 

 

STRATA schürft in reizüberfluteten Räumen nach Momenten des authentischen, ehrlichen Ausdrucks. In „Situationen/Dialoge“ kreiert Anahita Abbasi unterschiedlichste Situationen, in denen die Musiker*innen in einem erweiterten instrumentalen Kontext mit Klängen, Klangquellen und Zuhörenden in eine dialoghafte Kommunikation treten. Ein Austausch, der nicht nur über Sprache, sondern auch durch rein klangliche Interaktion entsteht und einen Weg zu einer grundlegenden Transformation einzelner Menschen und Gruppen bereitet.

In „There’s no lack of void“ beschäftigt sich Yair Klartag mit akustischem Informationsüberfluss, der jede Bedeutung verschluckt. Samuel Beckett liefert das Zitat für den Werktitel (aus Warten auf Godot). „Es herrscht kein Mangel an Leere“ ist ein Versuch, ein Überangebot musikalischer Reize abzubilden und im dichten, überwältigenden Fluss musikalischer Ereignisse und Ideen Momente des authentischen, ehrlichen Ausdrucks zu finden, ohne selbstreferenziell um sich selbst zu kreisen.

Martin Jaggi schürft in seinem Werk Energie aus der Kontemplation. Er legt in „Strata“ eine musikalische Schicht nach der anderen frei und stößt dabei in immer tiefere und ältere Musikschichten vor.  Elisabeth Harnik und Lorenzo Troiani ergänzen das Programm mit zwei neuen Werken für PHACE.

 

PROGRAMM

Anahita Abbasi
Situation II / Dialoge
 (2016)
für Ensemble 9’

Lorenzo Troiani
La vita delle conchiglie
für Ensemble (2020) (UA) 15‘
ein Auftragswerk von PHACE, mit Unterstützung durch das Wiener Konzerthaus

Martin Jaggi
Strata
für Sopransaxophon, Viola, Schlagzeug und Klavier (2010-11) 10‘

Yair Klartag
There’s no lack of void

für Ensemble (2016) (ÖEA) 10’

Elisabeth Harnik
Neues Werk für Ensemble (2020) (UA)  15‘
ein Auftragswerk von PHACE, mit Unterstützung durch das Wiener Konzerthaus

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PHACE | TUNES

27.Nov.2020 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio Saal

PHACE Series 20/21 – N°1

A production by Wien Modern, PHACE, Wiener Konzerthaus

ARTISTS

Nacho de Paz, Dirigent
Markus Sepperer, Oboe

PHACE

 

 

In TUNES verflechten sich Erinnerungsfragmente zu unentwirrbaren Klanggewölben und stellen Ambiguitäten auf immer neuen Bedeutungsebenen gegenüber. Iris ter Schiphorsts Werk „Breaking“ für verstärktes Ensemble, Sampler und Live-Elektronik bezieht sich auf den Kultfilm Breaking the waves von Lars von Trier, einer Liebesgeschichte von düsterer, brutaler Schönheit. Iris ter Schiphorst projiziert ihr Werk in ein höhlenartiges Klanggewölbe, das Musiker*innen und Zuschauer*innen auf ebensolche Weise umschließt. Der Ruf des Phyllobates terribilis (Schreckliche Blattsteigerfrosch), in dessen Gift die kolumbianischen Embera ihre Blasrohrpfeile tränkten, dient als Grundmaterial für den Oboenpart in Wolfram Schurigs Werk. „Kokoí“ für Oboe und Ensemble zeichnet ein Bild der Ambivalenz von makelloser Schönheit und dem Tod. Kaija Saariahos „Lichtbogen“, inspiriert von den mystischen Polarlichtern des arktischen Nachthimmels, offenbart eine Musik, die traumhaft und vergänglich ein spektrales Klangnetz in lebendigen Farben ausbreitet, das zeitlich und räumlich nahezu bewegungslos in einem Schwebzustand verharrt. In Swing bedient sich Franck Bedrossian in variantenreichem Spiel musikalisch konnotierter Elemente der Jazzmusik. Im Wechselspiel der Klangidentitäten schaffen brüchige Symmetrien und scharfe Kontraste ein dynamisches Ungleichgewicht. Verzerrung legt die Plastizität des Tones, den Ausdruck jeder Geste, die Art und Weise Instrumente zu spielen offen und stürzt so gewohnte Bedeutungen um. Es entsteht ein unentwirrbares Gewebe komplexer Töne, gezeichnet von Ambivalenz und Ambiguitäten.
Am Horizont (…schon ganz woanders…) beschäftigt sich auf musikalischem Terrain mit der Frage, wie es denn um den Horizont, dieses eigenartige Sehnsuchtskonstrukt wirklich bestellt ist. Wenn ich dort jemals ankommen sollte, wäre dieser schon wieder ganz woanders… er ist ein lebenslanger Fluchtpunkt, wirkt im Anblick des Meeres besonders suggestiv und bleibt eine Metapher für so vieles

 

PROGRAMM

Johannes Maria Staud
Am Horizont (…schon ganz woanders…)
Musik für zehn Instrumente und Zuspielung (2020)  11′
Auftragswerk von PHACE, Osterfestival Tirol, mit Unterstützung durch das Wiener Konzerthaus und SKE-Fonds

Iris ter Schiphorst
Breaking
 für verstärktes Ensemble, Sampler und Live-Elektronik (2012) 14‘

Wolfram Schurig
kokoí für Oboe und Ensemble (UA) (2020) 15‘
ein Auftragswerk von Wien Modern und PHACE, mit Unterstützung des SKE-Fonds

Kaija Saariaho
Lichtbogen
für 9 Instrumente und Live-Elektronik (1986) 19‘

Franck Bedrossian
Swing
für 11 Instrumente (2009)  23’

eine Produktion von Wien Modern, PHACE & Wiener Konzerthaus

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ensemble & WKH series

SALON PHACE

45 minutes prior to every concert
at the Wiener Konzerthaus / Zyklus PHACE

ARTISTS

PHACE

 

 

 

SALON PHACE

Der Salon hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der PHACE-Zyklusabende im Wiener Konzerthaus entwickelt. In einer informellen, offenen Gesprächsrunde diskutiert Juri Giannini (Institut für Musikwissenschaft, MDW Wien) die aufgeführten Werke gemeinsam mit den KomponistInnen, InterpretInnen, DirigentInnen und anderen Mitwirkenden. Anhand dieses Formats möchten wir dem Publikum Zugänge auf unterschiedlichen Ebenen eröffnen, sei es durch Einblicke in den Entstehungsprozess, die Probenarbeit, die Klangvorstellungen, die musikalischen und außermusikalischen Bezüge oder die ganz persönlichen Kontexte der Beteiligten.
Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme, angeregten Austausch und inspirierende Beiträge!

Eintritt frei!

Voice & Ensemble – Electronics – Silent Film & Live-Music – Ensemble

PHACE | BUTTERLAND

our series at
Wiener Konzerthaus
2019/20

 

CONDUCTORS
Emilio Pomarico
Lars Mlekusch
Peter Siegwart
Johannes Kalitzke

PHACE
Sylvie Lacroix , flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Mathilde Hoursiangou, piano
Berndt Thurner, percussion
Ivana Pristasova, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …

Land in Sicht? Oder doch die eigene Vorstellung, Trugbilder, Sehnsüchte, Illusionen? Mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen begibt sich PHACE auf Entdeckungsreise. Zurückgeworfen auf ihren Ursprung, ihre Leere, findet sich die Stimme in Pierluigi Billones »FACE Dia.De« in Gesellschaft einer zweiten, im energiegeladenen Zusammenfluss, im Verschmelzen und im Ausloten verschiedenster klanglich-ritueller Konstellationen mit kraftvollen instrumentalen Inseln des Ensembles. In Murnaus Stummfilm »Phantom« verliert sich die Hauptfigur in einer eigenen, surrealen Traumwelt. Ähnlich ergeht es Pedro Páramo auf seiner »Reise nach Comala«, wo sich aus dem Stimmgewaber der Toten die Geschichte einer korrumpierten Gemeinschaft voller Illusionen entspinnt, die das Publikum in einen Schwebezustand von Zeit und Raum navigiert. »Figuren am Horizont« treten in Form von klingenden Nachrufen bei Johannes Kalitzke auf und schließlich präsentiert PHACE eine mit Spannung erwartete Uraufführung von Johannes Maria Staud.

Vor jedem Konzert spricht Juri Giannini um 18.45 Uhr im Neuen Salon mit Komponistinnen und Komponisten des jeweiligen Abends.

Termine in diesem Zyklus
MO 05.11.2019 KH Zyklus 1 – PHACE | FACE DIA.DE – Stimmen und Ensemble
MI 10.01.2020 KH Zyklus 2 – PHACE | PHANTOM – Stummfilm & Livemusik
MI 18.03.2020 KH Zyklus 3 – PHACE | REISE NACH COMALA – Vokalensemble, Ensemble & Live-Elektronik
DI 15.05.2020 KH Zyklus 4 – PHACE | FIGUREN AM HORIZONT – Ensemble

Details zum Programm finden Sie auf den jeweiligen Seiten.

Download Folder BUTTERLAND – please check back later!

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Einheitspreis
Mitglieder 69,30 Euro
Normal 84,- Euro

Rollstuhlplatz
Mitglieder 75,00 Euro
Normal 82,- Euro

Jugendabo
Normal 48,- Euro

Preise Einzeltickets ab Herbst 2019 verfügbar!

Mitglieder der Wr. Konzerthausgesellschaft (Beitrag für die Saison 2019/20: € 70,–) erhalten 17,5% Ermäßigung auf bis zu zwei Abonnements pro Zyklus.
voices & ensemble 

PHACE | FACE Dia.De

12.Sept.2020 // 20:00
Innsbruck, Klangspuren Schwaz – Haus der Musik

22.March.2020 // 20:00
Berlin, Berliner Festspiele / MaerzMusik – Festival für Zeitfragen (aufgrund von Covid-19  abgesagt)

5.Nov.2019 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Mozart Hall

PHACE Series 19/20 – N°1

A production by Wien Modern, PHACE, Wiener Konzerthaus & Berliner Festspiele / MaerzMusik – Festival für Zeitfragen

ARTISTS
Anna Clare Hauf, voice
Annette Schönmüller
, voice
Emilio Pomarico, conductor  (Wien, Berlin)
Johannes Kalitzke, conductor (Innsbruck)

 

PHACE

Michael Krenn, saxophone (Wien, Berlin)
Alvaro Collao Leon, saxophone (Innsbruck)
Stefan Obmann, trombone
Tom Pauwels, electric guitar (Wien, Berlin)
Samuel Toro Perez (Innsbruck)
Mathilde Hoursiangou, piano
Alex Lipowski, percussion (Wien, Berlin)
Berndt Thurner ((Innsbruck)
Igor Gross, percussion
Roland Schueler, cello
Alexandra Dienz, double bass
Fredi Reiter, sound

 

 

AVAILABLE NOW!

KAIROS_Billone_FACE

PROGRAMM

Pierluigi Billone
FACE Dia.De
für 2 Frauenstimmen und 8 Instrumente (2019) (Uraufführung) (65′)

Ein Kompositionsauftrag von PHACE, Wien Modern und Berliner Festspiele / MaerzMusik – Festival für Zeitfragen
Mit finanzieller Unterstützung durch das BKA.

 

PRESS

„Begeisterung im Mozartsaal des Konzerthauses! „Ein Rausch, ich bin ganz besoffen, so schön war das“, begeisterte sich ein Herr in der Garderobe nach der Uraufführung von Pierluigi Billones 65-Minuten-Stück „FACE Dia.De“, einem Kompositionsauftrag von PHACE, Wien Modern und den Berliner Festspielen. (…)„Emilio Pomàrico steuert Sänger und acht Musiker des hervorragenden Ensembles PHACE, das im Wiener Konzerthaus zu Hause ist, durch die ungeheuer komplexe Partitur. Sie erinnert an ein Ritual an einen „kultischen Raum“. (…)FACE Dia.De war ein erster Höhepunkt des Festival Wien Modern.“ (Karlheinz Roschitz, Kronenzeitung, 7.11.2019)

 

„Das 65-minütige Werk für zwei Stimmen, Saxophon, Posaune, E-Gitarre, Klavier, Schlagwerk, Cello und Kontrabass verarbeitet keinen Text, sondern lässt den Gesang in vorsprachlichen Rhythmen und Lauten fließen. Anna Clare Hauf und Annette Schönmüller entlocken ihren Stimmen mit selbstverständlicher Virtuosität ein riesiges Spektrum an Lautäußerungen zwischen expressiver Vokalise und gaumigem Gegacker, das famose Ensemble „PHACE“ unter der inspirierten Leitung von Emilio Pomàrico konzentriert die flirrenden, mal schwerelosen, dann explosionsartig sich entladenden Klänge zu einer rauschartigen Dichte.“ (Regine Müller, NMZ, 2/2020)

Nach der abendfüllenden Komposition FACE für Stimme und Ensemble (2016) für PHACE folgte mit FACE Dia.De für zwei Frauenstimmen und 8 Instrumente (2019) (65′)  die logische Fortsetzung dieser fruchtbringenden Zusammenarbeit. Immer wieder hat sich Billone  in der Vergangenheit mit der Stimme auseinandergesetzt. Was Billone in diesen früheren Werken intendierte, kann man fast unverändert bis in die Gegenwart fortschreiben. Das Werk sei »als Forschungsreise und Weg konzipiert«, »Jede Station auf dem Weg ist ein Kreis: ein einzigartiger Moment, rituell geöffnet und wieder geschlossen, der einen Raum im Innern der Stimme und des Gesangs ›gräbt‹.« Mit der Dimension des Rituals eng verbunden ist die extreme Körperlichkeit von Billones Musik, ob es sich nun um Instrumental- oder um Vokalmusik handelt. Der Interpret agiert bei Billone in einem hohen Maße mit ›Ganzkörpereinsatz‹. In Face ist diese Tendenz auf die Spitze getrieben. »Es geht um die Schwingung des Körpers und den Klang der Stimme«, so der Komponist. Alle anderen Aspekte treten demgegenüber in den Hintergrund. Gerade in seiner über weite Strecken ›instrumentalen‹ Behandlung des Vokalen ist Billone also ganz nah an jenem innersten Kern des Singens, der die Stimme als die körperlichste aller musikalischen Ausdrucksformen konstituiert.

(mit Auszügen aus einem Text von Rainer Pöllmann über Billone und FACE anlässlich der deutschen Erstaufführung beim Festival Ultraschall 2017)

Pierluigi Billone über seine Komposition
»›FACE Dia.De‹ ist der zweite Teil meiner Komposition ›FACE‹ für Stimme und Ensemble aus dem Jahr 2016. Der erste Teil des Titels, ›FACE‹, leitet sich vom alten italienischen Wort für Licht bzw. Stern und vom englischen Begriff für Gesicht ab. Der zweite Teil, ›Dia.De‹, zeigt an, dass die Stimme hier immer eine Dyade ist, also eine Entität, die aus zwei untrennbaren Teilen besteht. Dia und De sind auch intime Reverenzen an Diamanda Galas und Demetrio Stratos, zwei griechische Sänger, die ihre Existenz zu einem Abenteuer der Stimme gemacht haben. Es gibt keinen Text. Der Gesang fließt nach seinen eigenen Rhythmen und formt, vor dem Erscheinen des Wortes, frei seine eigenen Akzente. Es ist ein konstanter Stimmfluss, bei dem eine Stimme immer auch die andere beinhaltet; es sind plurale, vokale Akte, die im Körper und aus dem Körper heraus entstehen. Sie sind autonom, präverbal; sie sind der Hintergrund und das Fundament, auf dem jedes Wort (s)einen Platz finden könnte; doch ist es hier nicht notwendig. Ebenso ist kein literarischer oder intellektueller Bezug notwendig, um dem Gesang zu begegnen, der in seiner Vollständigkeit und Autonomie in einer Region ruht, die das Wort nur begrenzen kann.« (Pierluigi Billone)

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Mitglieder 67,60 Euro
Normal 82,- Euro

Rollstuhlplatz + Begleitperson
Mitglieder 100,70 Euro
Normal 122,- Euro

Jugendabo
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ensemble

PHACE »Figuren am Horizont«

15.May.2020 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio Hall

PHACE Series 19/20 – N°4

a production by PHACE & Wiener Konzerthaus

 

 

 

ARTISTS

Ivana Pristašová, Violine
Johannes Kalitzke
, Dirigent

PHACE

 

 

 

PROGRAMM

Johannes Maria Staud
Am Horizont (…schon ganz woanders…)   
Musik für zehn Instrumente und Zuspielung (2020) (UA)   14′
Auftragswerk von PHACE, Osterfestival Tirol, mit Unterstützung durch das Wiener Konzerthaus

Anna Korsun
Plexus für Ensemble (2014) (ÖEA)

Joanna Wozny
like little … sunderings
für Flöte, Klarinette, Saxophon, Klavier, Violine, Violoncello, Kontrabass, Zuspielungen (2016)

Johannes Kalitzke
Figuren am Horizont
– Fünf Nachrufe für Solovioline und sechs Spieler (2011)

Es kreischt, keucht, flirrt, taucht träge aus pulsierenden, klanglichen Untiefen, um sogleich zart tänzelnd wieder in luftigsten Höhen zu verschwinden. Verspielt, aber virtuos schafft Anna Korsun mit Plexus für Ensemble ein faszinierendes Hyperinstrument, wo einzelne instrumentale Aktionen winzige Segmente darstellen, die sich zu einem schaurig schönen Klangorganismus verbinden.
like little … sunderings von Joanna Wozny beschäftigt sich auf zwei verschiedene Arten mit dem akustischen Erscheinungsbild von Sprache. Mittels elektronischer Transformation der Sprachanteile (Filterung, Verzerrung) wird Sprache zum Geräusch und indem sie geflüsterte Sprache, reduziert zu einzelnen Zischlauten im tief gefilterten weißen Rauschen der Elektronik auflöst, wird Geräusch als (mögliche) Sprache empfunden.
Mit Figuren am Horizont hat Johannes Kalitzke mit klingenden Nachrufen verstorbener Künstlerkollegen gedacht. Diese werden aber nicht namentlich genannt, da es ihm um „Nachruftypen“ geht: In jedem der fünf Sätze findet der Wechsel vom einen in den anderen Zustand in unterschiedlicher Weise statt. Entweder wird der Übergang vom Leben zum Tod akzeptiert oder als unhinnehmbar betrachtet. Als Metaphern hierfür und als Kompositionsgrundlage zugleich fungieren mal mathematisch-abstrakte Prinzipien, mal historische Stilzitate. In der abschließenden Skizze für ein Haus im Licht tauchen zuvor bereits gehörte Elemente wieder auf und unterliegen einem Klärungsprozess, „bis der Schatten eines Wienerlieds übrigbleibt“.
Von Johannes Maria Staud erwarten wir mit Spannung sein neues Werk Am Horizont (….schon ganz woanders…).
Einzeltickets für PHACE-Zykluskonzerte

Erhältlich über die Website des Wiener Konzerthauses – ab Herbst 2019!
www.konzerthaus.at

ensemble & voices & electronics

PHACE | Reise nach Comala

10.Mar.2020 // 20:00
Basel, Gare du Nord

Veranstalter: ignm Basel

18.Mar.2020 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio Hall
PHACE Series 19/20 – N°3

eine gemeinsame Produktion von PHACE, Vokalensemble Zürich, Wiener Konzerthaus und IGNM Basel, in Kooperation mit ICST Zürich und Gare du Nord 

mit Unterstützung von Pro Helvetia, BKA Bundeskanzleramt Österreich SKE Soziale & Kulturelle Einrichtungen, Österreichisches Kulturforum Bern und Kulturabteilung der Stadt Wien

 

 

Germán Toro Pérez, music / libretto
Stefan Nolte, libretto
Peter Siegwart, conductor

ARTISTS

Vokalensemble Zürich

Keiko Enomoto, soprano
Muriel Schwarz , sopran, solo Susana
Gianna Lunardi, mezzosoprano
Akira Tachikawa, altus
Reto Hofstetter, tenor
Jean Knutti, tenor
Chasper Mani, baritone
Jean-Christophe Groffe, bass

PHACE

Doris Nicoletti, flute
Michael Krenn, saxophone
Daniel Riegler, trombone
Berndt Thurner, percussion
Ivana Pristasova, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Alexandra Dienz, double bass

Voices (tape)
Jessica Früh: Eduviges · Damiana · Dorotea
Mona Petri: Susana · Nackte Frau
Jonas Rüegg: Juan Preciado · Kaiman
Joachim Aeschlimann: Abundio · Miguel · Nackter Mann · Revolutionär
André Willmund: Pedro Páramo
Ingo Ospelt: Pater Renteria · Bartolomé · Revolutionär
Lukas Waldvogel: Fulgor · Priester aus Contla · Revolutionär

Weitere Sprechstimmen:
Tim Czerwonatis, Sophie Bock, Pan Aurel Bucher, Johanna Köster, Mirjam Rast, Lucas Riedle

Elektronik

Peter Färber · Koordination ICST
Bojan Milosevic & Siavash Namehshiri · Assistenz
Micha Seidenberg · Cues Elektronik
Joan Jordi Oliver Arcos · Cues Sprechstimmen und Übertitel
Florian Bogner · Tontechnik
Germán Toro Pérez · Klangregie

Mit freundlicher Unterstützung des ICST – Institute for Computer Music and Sound Technology der Zürcher Hochschule der Künste

 

Aus aktuellem Anlass zum Nachhören!

Da die Aufführung im Wiener Konzerthaus am 18.03.2020 aufgrund der Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus leider abgesagt werden musste, wollen wir allen Interessierten die Möglichkeit geben, das Werk hier zu hören. Wir planen die Aufführung in Wien und an anderen Orten nachzuholen. 

Viel Freude mit einem außergewöhnlichen Roman in einer faszinierend schönen konzertanten Hörspielfassung wünschen alle KünstlerInnen, Peter Siegwart (Dirigent & künstlerischer Leiter des Vokalensemble Zürich), Germán Toro Pérez und Reinhard Fuchs (künstlerischer Leiter von PHACE).

PROGRAMM

Germán Toro Pérez
»Reise nach Comala«
Theater der Stimmen nach dem Roman «Pedro Páramo (1955)» von Juan Rulfo

Konzertante Hörspielfassung für Vokalensemble, Instrumentalensemble, zugespielte Sprechstimmen und Elektronik

Uraufführung

“Man muss die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen“, sagte Heiner Müller. Das Musiktheater Reise nach Comala ist ein Gespräch mit Toten.

Die Konzertante Hörspielfassung von «Reise nach Comala» entstand auf Anregung von Reinhard Fuchs. Sie bringt die Sprechstimmen über Zuspielungen in den Raum. Instrumental- und Vokalensemble sind live. Die Sprechstimmen wurden aus der Zürcher Inszenierung von 2017 extrahiert. Dadurch enthalten sie die Ausdruckqualität von Charakteren, die im szenischen Raum agieren. Alle Bilder entstehen nun im Kopf. Das bringt «Reise nach Comala» ein Stück näher zur Leseerfahrung von Rulfos Roman, ein Anliegen, das bei der Konzeption des Stückes im Vordergrund gestanden ist.

Ausgangspunkt ist Juan Rulfos einziger Roman Pedro Páramo aus dem Jahre 1955, der heute als Klassiker der modernen lateinamerikanischen Literatur und als einsamer, kühn montierter Vorläufer des magischen Realismus gilt. Der ständige Wechsel der Erzählperspektive, die komplexe Montage der Handlungs- und Zeitebenen, die poetisch stilisierte Umgangssprache macht ihn zu einem einzigartigen und aktuellen Werk, in dem der Leser im vielstimmigen Gemurmel zum Mitschöpfer der Geschichte wird.
Gezeichnet wird das Bild einer rigiden, in einem System aus Abhängigkeit und Mittäterschaft erstarrten Gemeinschaft, die zur Erneuerung nicht fähig ist. Selbsttäuschungen und Illusionen verhindern jeden Kampf um Freiheit, denn eine Revolution ist nichts ohne die Einsicht in den eigenen Selbstbetrug.
Der Roman berührt zeitüberdauernde Themen und ist als ein Rückblick auf das Jahrhundert der Revolutionen und ihrer sozialen und individuellen Vorbedingungen zu lesen. Von der mexikanischen Revolution (1910-1917) bis zu den Studentenmorden von Iguala im September 2014 können Fragen nach der Veränderung gesellschaftlicher Systeme und der Kraft des Widerstands gestellt werden.

„Meine Musik war von Anfang an einerseits durch das Bestreben getrieben, Aspekte des Lebens, des Alltags und der Wirklichkeit als Ausgangspunkt zu nehmen und durch Abstraktionsprozesse in musikalische Form zu verwandeln. Andrerseits ist sie durch wiederkehrende Gespräche gekennzeichnet: mit Borges, Pessoa, Rothko, Wölfli, Arguedas, Rulfo… Dadurch, und vor allem durch diese ‚Gespräche mit Toten’, habe ich mich mit Themen befasst, die existenzielle Kerne berühren: die widersprüchliche, prismatische Identität des modernen Menschen und das Wort als Basis der Konstruktion von Welten. Besonders durch die Auseinandersetzung mit José María Arguedas und mit Juan Rulfo habe ich die in der Sprache verschlüsselte, unüberwindbare mythische Grundlage der lateinamerikanischen Kultur vernommen.“ (Germán Toro Pérez)

Die Musik Germán Toro Pérez’ ist ganz dem Text Rulfos verpflichtet, dessen kultureller Schärfe, sprachlicher Vielfalt und poetischer Kraft. Erzählt wird aus einer Perspektive jenseits des Todes, die Zuschauer befinden sich in einem Grabsystem. Aus benachbarten Gräbern erklingen Gesangs- und Sprechstimmen, in Erinnerungsfragmenten erzählen sie die Geschichte des korrumpierten Dorfes unter der Alleinherrschaft des skrupellosen Pedro Páramo, dem Vater des zurückgekehrten Protagonisten Juan Preciado.
Die räumlich in Szene gesetzten Stimmen und ihre jeweiligen elektroakustischen Echos entfalten gemeinsam mit dem Instrumentalensemble und den elektronischen Klängen einen halluzinativen Hörraum um den Zuschauer herum. Die körperliche Präsenz der Stimmen, sichtbar oder unsichtbar, solistisch oder chorisch, führt den zunehmend desorientierten Zuschauer in die labyrinthische Welt Comalas und in einen Schwebezustand von Zeit und Raum.

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