PHACE⎹ STATES OF INTERMESHING

PHACE series 2026/27 N°1

27.Nov.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Matthias Kranebitter startet ein musikalisches Experiment über Wahrnehmung im Zeitalter akustischer Überforderung. Mit einem maschinellen Hörsystem, das in Echtzeit Ensembleklänge und Alltagsgeräusche analysiert, wird, inspiriert vom „Cocktailparty-Effekt“,  das scheinbare Klangchaos zum Modell für Aufmerksamkeit und Selektion. Corie Rose Soumahs States of Intermeshing, viii. what is past is prologue verbindet Klang und politische Reflexion. Das Werk beleuchtet die Verflechtung von kolonialer Geschichte, apokalyptischen Diskursen und gegenwärtigen Machtstrukturen. Mit Anklängen an Soul und R&B und Texten von Achille Mbembé wird Musik zum Raum für Erinnerung, Widerstand und postkoloniale Befreiung. In QUEE(n)R macht Davor Vincze „Bohemian Rhapsody“ zum Ausgangspunkt einer offenen Improvisation. Fragmente des Originals werden zerlegt, neu kombiniert und in Bewegung gehalten, während auf visueller Ebene mit Hilfe von KI-Bildgeneratoren die Ambiguität und das queere Potential von Gesichtern hervorgehoben wird. Ein Spiel mit Identitäten und Bedeutungen – fluid, vielstimmig und voller überraschender Wendungen. Ein neues Werk von Georgia Koumará vereint viele Themenstellungen des Abends. Darin erforscht die Komponistin Kommunikation, Empathie und Macht als dynamische Kräfte. Musikalische Prozesse entwickeln sich, kollidieren und verändern einander – ein klingendes Netzwerk von Beziehungen, das gesellschaftliche Strukturen hörbar macht

PROGRAMM

Matthias Kranebitter
28 Auditory Scenes for investigating cocktail party deafness für Ensemble und Elektronik, 2022

Corie Rose Soumah
States of Intermeshing: vii. what is past is prologue für Flöte, Klarinette, Klavier, Schlagwerk, Violine, Cello, Elektronik und Zusatzinstrumente, 2025 (ÖEA)

Davor Vincze  
QUEE(n)R für Flöte, Saxophon, Percussion, Keyboard, Elektronik und Video, 2023 (ÖEA)

P A U S E

Georgia Koumará
Neues Werk für Ensemble und Elektronik, 2026 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE & Wien Modern

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PHACE ILLUSIONS

PHACE series 2026/27 N°4

25.May.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal

Helēna Sorokina, voice

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

In Illusions entwickelt Philip Venables gemeinsam mit dem LGBTQIA+-Performancekünstler David Hoyle ein multimediales Werk für Sprecher (Video) und Ensemble. Hoyles Videoperformance konfrontiert das Publikum mit einem Strom aus politischen Tiraden, persönlichen Angriffen, groteskem Humor und provokativer sexueller Direktheit. Er attackiert Heuchelei, gesellschaftliche Ungleichheit, toxische Männlichkeit und Konsumismus und changiert sprachlich zwischen bitterem Ernst, bewusstem Tabubruch und kabarettistischem Spott. Und die Musik? Reagiert mit gleicher Intensität: rhythmisch aggressiv, eruptiv, dann wieder schimmernd und irritierend glatt. Klangflächen und Gesten wirken wie verzerrte Werbebotschaften oder politische Slogans, verzahnen sich mit den Bildern zu einem ruckhaften, fast gewaltsamen Wechselspiel, das das Publikum unweigerlich hineinzieht. Illusions ist ein unbarmherziger Spiegel, der die Zuschauerinnen auf den Prüfstand stellt und ihre Haltung ebenso wie ihre Rolle als Konsument*innen von Kunst hinterfragt. Neue Werke von Alexander Schubert, der in AUTO FICTION die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion aushebelt und durch ein geändertes Archiv der prägendsten, intensivsten und herausragendsten Erinnerungen wandert, und Marco Döttlinger versprechen ein einnehmendes und wohl auch eindringliches  Hörerlebnis. Mit dem elften Satz von Corie Rose Soumahs Werkzyklus States of Intermeshing schließt sich auch thematisch der Kreis zum Beginn des Konzertzyklus. xi. épilogue erforscht eschatologische Kräfte, ökologische Krisen und Selbstfindung. “There are flowers blooming in Antarctica” – ein poetisches, fragiles, klangsinnliches Stück, wie ein seltsam friedlicher Nachhall nach der Katastrophe, der den Blick in eine andere fragile Realität freigibt.

Philip Venables
Illusions (feat. David Hoyle) für Ensemble und Video, 2017 (ÖEA)

Marco Döttlinger
Neues Werk, 2026/27 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE

Corie Rose Soumah
States of Intermeshing: xi. épilogue für Violine, Cello, Klavier und Elektronik, 2024 (ÖEA)

P A U S E

Alexander Schubert 
AUTO FICTION für Stimme, Ensemble, Elektronik und Video, 2026
Kompositionsauftrag von Radio Österreich 1 in Kooperation mit ORF musikprotokoll, PHACE und Biennale Zagreb

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PHACE⎹ RITUS

PHACE series 2026/27 N°3

9.Mar.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
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SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Der Glaube an die Kraft ritueller Abläufe und verbaler Formeln ist tief in der Geschichte der Menschheit verankert. Genau dieser Glaube an die transformative Kraft, an den Prozess und an die Notwendigkeit der rituellen „Selbsterneuerung“ bildet das Zentrum von Eva Reiters neuem Projekt RITUS. Im Wechselspiel zwischen solistischer Erzählung (Solo, Duo, Trio) und chorischem Kommentar entwickelt sich jeder der beteiligten Musiker*innen im Verlauf des Stückes zur zentralen Figur des Geschehens, die ihre ureigene Geschichte erzählt. Utopische Klangapparate, die direkt mit persönlichen musikalischen Gesten verbunden sind, sind die „Instrumente“, die Transformation initiieren. In einer räumlichen und theatral-szenischen Inszenierung untersucht die Musik in RITUS die Möglichkeiten und Prozesse einer rituellen Verwandlung. Um eine Realität zu offenbaren, die bis dahin nur als Potenzial existierte – ungesehen, ungehört, unberührt.

PROGRAMM

Eva Reiter
RITUS eine musiktheatrale Raumkomposition für Ensemble, 2026 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE

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PHACE⎹ FACES

PHACE series 2026/27 N°2

26.Jan.2027 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal

Michael Wendeberg, conductor

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
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SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Es ist eine „Geschichte der Gefühle“, die sich musikalisch und visuell entfaltet: Gesichter werden zu visuellen Stimmen, die im Ensemble mitspielen und eine eigene narrative Ebene eröffnen. In FACES erforscht Clemens Gadenstätter die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt als sozial-musikalische Plastik in der Zeit. Bühne, Raum und Klang verschränken sich – verbunden durch gespannte Metalldrähte, als Instrument und skulpturales Objekt zugleich – zu einer beweglichen Raum-Zeit-Skulptur, in der Wahrnehmung, Raum und Zeit neu erfahrbar werden und die bestehende Ordnungen, vielleicht auch nur für die Dauer der Aufführung, verflüssigt und neu denkbar wird. Im neuen Werk Maserholz untersucht Rafał Ryterski das gleichnamige wuchernde Phänomen im Holzwachstum, das zugleich Deformation, Heilung und Homöostase repräsentiert. Maserholz wird zur Metapher für organische Prozesse, in denen Wachstum und Verletzung aufeinandertreffen, ineinander greifen und zu eindrucksvoll verflochtenen Resultaten führen. epicyclic noise (als überarbeitete Neufassung 2018/26) von Manuela Kerer greift die Epizykeltheorie auf, die trotz einiger Ungereimtheiten sehr lange Zeit als Erklärungsmodell für die Bewegung der Himmelskörper diente. Klangquellen, Sound-Noise-Acrobats  und Streichquintett kreisen um ein imaginäres Zentrum, ergänzen und opponieren sich simultan, während das Zentrum im Verlauf der Zeit ausgehebelt wird und am Ende gänzlich seinen Einfluss verliert.

PROGRAMM

Manuela Kerer
epicyclic noise für Sound-Noise-Acrobats, Streichquintett und Zuspielung, 2018/2026

Rafał Ryterski
Maserholz für verstärktes Ensemble, 2026
Kompositionsauftrag von Radio Österreich 1 in Kooperation mit ORF musikprotokoll für PHACE

P A U S E

Clemens Gadenstätter
FACES für Ensemble, Elektronik, Raum und Fotofilm 2025/26  (UA)
Fotofilm: Otto Saxinger
Kompositionsauftrag von PHACE und Wiener Konzerthaus

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PHACE | THE UNSTABLE REAL

our series at
Wiener Konzerthaus
2026/27

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
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SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Die Realität ist formbar, bis sie es nicht mehr ist – Systeme und Ordnungen taumeln zwischen fragilen Gleichgewichten. Krisen, soziale Ungleichheiten, Klimawandel und Migration zeigen neue Bruchlinien auf, während die digitale Informationsflut fragt, ob wir den eigenen Augen und Ohren noch trauen. In THE UNSTABLE REAL laden wir ein, diese unstete Realität zu erleben, ihre Brüche wahrzunehmen und neu zu denken – ästhetisch, emotional, gesellschaftlich und politisch. Mit Georgia Koumará, die ein Netzwerk von Beziehungen, Dynamiken und gegenseitigen Abhängigkeiten erforscht, oder mit Clemens Gadenstätter, der Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt in der Zeit erfahrbar macht. Eva Reiter geht mit utopischen Klangapparaten dem transformativen Potential von Riten nach, bevor Philip Venables einen unbarmherzigen Spiegel hochhält und mit provokativer, sexueller Direktheit die heuchlerischen Illusionen unserer Gesellschaft zerschlägt. Dazwischen ist der Zyklus randvoll mit Neuem, mit klanglichen Kostbarkeiten und mit Musik, die Wirklichkeit fordert.

Termine in diesem Zyklus

#1 FR 27.11.2026 ⎹   STATES OF INTERMESHING
    #2 MI 26.01.2027 ⎹   FACES
        #3 DI 09.03.2027    RITUS
            #4 DI 25.05.2027  ⎹   ILLUSIONS

Mit Werken von Matthias Kranebitter, Corie Rose Soumah, Davor Vincze, Georgia Koumará, Manuela Kerer, Rafał Ryterski, Clemens Gadenstätter, Eva Reiter, Philip Venables, Marco Döttlinger, Alexander Schubert. 

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Logos
ensemble – electronics

PHACE | SKULPT

PHACE series 2025/26 N°3

21.Mar.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal

 

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Manuel Mayr, double bass

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

PROGRAMM

Arturo Fuentes
SKULPT für Instrumente und Automaten, 2025/26 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE, mit finanzieller Unterstützung durch das BMKOES und des SKE-Fonds

Yuheng Chen
To a Bubbling Fountain Stirr’d with Wind, für Saxophon, E-Gitarre, Keyboard, Percussion und Kontrabass, 2025/26 (UA)
Kompositionsauftrag von PHACE mit Unterstützung des SKE-Fonds und Stadt Wien Kultur

Zara Ali
thermo_doxa für Klarinette, Viola, Drumset und Elektronik, 2024

Enno Poppe
Fleisch für Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Schlagwerk, 2017

Agata Zubel
Shades of Ice für Klarinette, Cello und Elektronik, 2011

Sehr systematisch und zielgerichtet zerlegt Enno Poppe in Fleisch die Idiomatik der Rockmusik. Aus den resultierenden Phrasen und Schnipseln, die nur noch in Ansätzen an oft gehörte Stehsätze und Stereotype erinnern, fügt sich ein kurzweiliges Klangbild, dass die Ausdruckskräfte des Rock in einer neuen Art bündelt und freigelegt. Yuheng Chen versucht mit seiner Musik die Möglichkeiten klanglich-instrumentaler Modulationen zu erkunden und deren Grenzen auszureizen. In seinen Werken finden sich oft bildgebende Momente, die beim Hören fast schon konkrete Situationen entstehen lassen. Wir sind schon gespannt, was die Uraufführung seines neuen Werks für PHACE bereithält. In thermo_doxa eröffnet Zara Ali einen durch und durch faszinierenden Klangraum: antreibend, aufreibend, energetisch und doch balanciert und nuanciert. Sie zeigt wenig Berührungsängste oder Bedenken, sich bei den musikalischen Ausdruckstechniken von EDM bis Techno zu bedienen, um daraus ein brachial-feinfühliges klangliches Hybridwesen zu schaffen, das die Stärken von Instrumenten und Elektronik vereint. Und auch Arturo Fuentes, mit dem wir über die Jahre zahlreiche spannende Projekte verwirklicht haben, steuert ein neues Werk bei. Seine Musik steht an den Schnittstellen von Genres und ästhetischen Formen und wird oft von einer Mischung aus digitalen, visuellen, akustischen oder materiellen Medien erweitert. Welche Automaten in SKULPT den Ton angeben werden, bleibt vorerst noch unklar.

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ensemble – electronics

PHACE | SOLSTICES

PHACE series 2025/26 N°4

3.Jun.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal

 

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Stefan Obmann, trombone
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Luca Lavuri, piano
Francesco Palmieri, guitar
Jacobo Hernández Enríquez, violin
Anna Lindenbaum, viola
Roland Schueler, cello
Manuel Mayr, double bass

PROGRAMM

Georg Friedrich Haas
Solstices für zehn Instrumente, in völliger Dunkelheit aufzuführen, 2018

Eingehüllt in absolute Dunkelheit, treten die Klänge in Solstices von Georg Friedrich Haas in ungeahnter Intensität und Brillanz zu Tage. Wie in Zeitlupe entwickelt sich das musikalische Geschehen und zieht die Zuhörer*innen in einen meditativen Sog aus langfristigen Wellenbewegungen und Entwicklungsprozessen. Die Eigenwilligkeit im Zusammenspiel der Instrumente, die Stimmung, die mikrotonalen Verschiebungen – die im üblichen, temperierten Kontext oft so unsauber erscheinen – kommen hier in aller Deutlichkeit als klangliche Entitäten mit ganz eigenständigem Charakter zum Vorschein und offenbaren selten gehörte Harmonien.
Die vollständige Finsternis ist nicht nur für die Musiker*innen, die das gesamte Stück auswendig lernen müssen, eine Herausforderung. Auch die Zuhörerinnen und Zuhörer sollten sich auf ein intensives, forderndes Hörerlebnis einstellen, bei dem die Aufmerksamkeit wandert und die Gedanken vielleicht in überraschende Gebiete verreisen, um mit der Morgenröte zurückzukehren.  Die Sonnenwende im Titel bezieht sich wohl nur bedingt auf die Finsternis im Konzertsaal, mit der Haas schon länger in seinen Werken hantiert. Der Komponist bezeichnete das Werk als Liebeslied, gewidmet seiner Frau Mollena, die er zur Wintersonnenwende kennenlernte und zur Sommersonnenwende heiratete.

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PHACE | THE TRAVEL AGENCY IS ON FIRE

PHACE series 2025/26 N°2

23.Jan.2026 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal

 

Sarah Maria Sun, voice

PHACE
Michael Krenn, saxophone
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Francesco Palmieri, electric guitar
Roland Schueler, electric violoncello
Mathilde Housiangou, synthesizer

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

PROGRAMM

Bernhard Lang
The Travel Agency is on Fire für Stimme, fünf Instrumente und Elektronik, 2021 (ÖEA)
​​Text: William S. Burroughs

Immer wieder wandern Loops und Samples durch den Gehörgang, von Elektronik und Effekten verzerrt und gedoppelt, von Patches und digitalen Algorithmen verformt und neu strukturiert, bis die Wahrnehmung umschaltet und aus der Überlagerung ein anderer Sinn erwächst. Wiederholung und Mutation sind Programm in den Werken von Bernhard Lang, an diesem Abend stimmgewaltig unterstützt von Sarah Maria Sun, einer der wohl herausragendsten Vokalinterpretinnen unserer Zeit. The Travel Agency is on Fire basiert auf einer Auswahl von „Cut-up“-Experimenten von William S. Burroughs zu Texten einer Reihe kanonischer Schriftsteller, von William Shakespeare und Arthur Rimbaud bis hin zu William Wordsworth und James Joyce. Burroughs wählte die Quellentexte aus, zerschnitt sie und stellte die Fragmente nebeneinander, um zufällige Wortkombinationen auszuwählen und neue Wort-Kompositionen zu schaffen. The Travel Agency is on Fire, das erst seit 2010 in den Archiven verfügbar ist, fasziniert Wissenschaftler und Burroughs-Fans gleichermaßen, da es die experimentellen Prozesse beleuchtet, die Burroughs‘ Werk zugrunde liegen. Musikalisch werden die Cut-Up-Strategien, die Burroughs zusammen mit Brion Gysin entwickelt und in den Filmen mit Anthony Balch und Ian Sommerville visualisiert hatte, auf verschiedene Weise referenziert: wesentlich ist hier die Burroughs’sche Maxime: „Play it back, Play it back, Play it all back“, die auf eine Bewusstseinsveränderung durch Überlagerung und Dopplung des Realen mit Samples und Loops hinweist

18:45 Neuer Salon

Juri Giannini im Gespräch mit Bernhard Lang und Sarah Maria Sun

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ensemble – electronics

PHACE | LOOM

PHACE series 2025/26 N°1

18.Nov.2025 // 19:30
Wiener Konzerthaus,
Berio-Saal

 

Clement Power, conductor

schtum
Robert Pockfuß
Manu Mayr

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Elena Arbonies Jauregui, clarinet
Markus Sepperer, oboe
Michael Krenn, saxophone
Spiros Laskaridis, trumpet
Stefan Obmann, trombone
Mathilde Hoursiangou, piano
Manuel Alcaraz Clemente, percussion
Sofia Garzotto, percussion
Francesco Palmieri, e-guitar
Anna Lindenbaum, violin
Victor Lowrie Tafoya, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

PROGRAMM

Malika Kishino
Sensitive Chaos für E-Gitarre, Trompete, Posaune, 2 Schlagzeuger, Klavier und Cello, 2010  (ÖEA)

Zara Ali
Isolation Forest  für 11 Instrumente und Elektronik, 2023

Emre Sihan Kaleli
Adjacent Rooms, a Part of a Labyrinth für Ensemble  (UA der erweiterten Neufassung), 2025
Kompositionsauftrag von PHACE und Wien Modern, mit Unterstützung des SKE-Fonds

schtum– Manu Mayr & Robert Pockfuß
loom für E-Gitarre, E-Bass und Ensemble, 2024

„Der Klang des Meeres reicht weit“, schreibt Maliko Kishino zu ihrem Stück Sensible Chaos und findet in der buddhistischen Sutra Gemeinsamkeiten von Wasser und Musik: Resonanz und Ausbreitung. Wie Regentropfen auf der Oberfläche eines Sees zeigt die Komposition, wie einzelne Ereignisse sich zu unglaublich weitläufigen Mustern verästelt und aus dem Chaos, in gegenseitiger Interferenz, eine empfindliche und fragile Schönheit entstehen lassen. In Adjacent Rooms, a Part of a Labyrinth nimmt die Musik von Emre Sihan Kaleli oft abrupte, unerwartete Abzweigungen, offenbart aber auf dem Weg durch sehr unterschiedliche Gänge einen durchgängigen Fluss, in dem eines zum Nächsten führt. Der labyrinthische Fortschritt gibt den Blick frei auf Zeit und Unendlichkeit. Zara Ali taucht in Isolation Forest in die digitale Wildnis ein, entdeckt, mithilfe von rigiden Instruktionen und dem Aussortieren von Anomalien, die algorithmische Grazie und lässt die KI ihre wildesten Träume und lyrischen Fantasien offenbaren. Ein organisch pulsierendes Gewebe der elektroakustischen Klänge offenbart sich im Werk loom des experimental-elektronischen Duos schtum. Rhythmische Permutationen jagen einander im Kreis, schaukeln sich gegenseitig zu immer neuen, intensiven Mustern auf. Und irgendwo schwingt die Unrast mit, ein faszinierender, beinahe bedrohlicher Klangschatten, der hier im Untergrund lauert.

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PHACE |
merry-go-round

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Wiener Konzerthaus
2025/26

 

GUESTS
Clement Power
Sarah Maria Sun

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
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Alfred Reiter

merry-go-round
PHACE Zyklus 2025/26 im Wiener Konzerthaus

Auf geht‘s in die nächste Runde. Das Karussell der Klänge wirbelt wieder, dreht die Ohren, kreiselt den Verstand. Am Anfang steht das Ende, steht der Anfang. Klangorganismen bewegen und entwickeln sich nach eigener Dynamik, wie ein breiter Strom, der sich in Wirbeln und Strudeln verfängt und dennoch immer weiter fließt. Intelligente Automaten schaufeln fleißig, im Rhythmus mit dem Puls des Servers, bis alle Anomalien aussortiert sind.

Funky music in der Zentrifuge! Kategorisiert, gejagt, aus der Balance. Nur um die Syntax zu zerschlagen; nur um aus den Trümmern einen neuen Sinn zu fügen. In der Wiederholung liegt die Kraft, Loops und Samples doppeln die Wirklichkeit. „Play it all back!“ lautet das Mantra, fragmentiert und kombiniert, zu einem neuen Ganzen komponiert.

Am Ende und am Anfang schließt sich der Jahreskreis. Zum Wendepunkt steht alles in der Schwebe, weder auf noch ab, auch die Intervalle zeigen sich ungewohnt. Auf der Lichtung der Isolation, eingehüllt in Finsternis, treten die Klänge in ungeahnter Deutlichkeit zutage. Einsteigen, zusteigen, nie wieder aussteigen – die nächste Fahrt geht rückwärts.

Termine in diesem Zyklus

Sa 18.11.2025 PHACE | LOOM
Fr 23.1.2026 PHACE | THE TRAVEL AGENCY IS ON FIRE
Sa 21.3.2026 PHACE | SKULPT
Mi 3.6.2026 PHACE | SOLSTICES

Details zum Programm finden Sie auf den jeweiligen Seiten.

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